Fahrer fuhr einfach weiter - gefasst

Dackel “Choko” von E-Scooter überfahren und getötet 

Freitag, 06. November 2026 | 07:56 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Mestre – Ein tragischer Vorfall sorgt in Mestre bei Venedig für Empörung: Ein 30-jähriger E-Scooter-Fahrer hat am Montagnachmittag einen kleinen Dackel angefahren und tödlich verletzt.

Anschließend fuhr er weiter, ohne sich um das Tier oder dessen geschockte Besitzerin zu kümmern. Nun konnte der Mann dank Aufnahmen von Überwachungskameras identifiziert und angezeigt werden.

Das Unglück ereignete sich laut italienischen Medienberichten in der Via Aleardi. Die junge Hundebesitzerin war gerade mit ihrem Dackel “Choko” unterwegs, als der E-Scooter mit hoher Geschwindigkeit an ihr vorbeifuhr und dabei das Tier erfasste. Das Hinterrad verletzte den kleinen Hund so schwer, dass er an einer gebrochenen Luftröhre starb. Die Besitzerin blieb unter Schock mit ihrem sterbenden Tier in den Armen zurück und musste von Passanten betreut werden.

Fahrer fuhr einfach weiter

Auf dem E-Scooter saß neben dem 30-Jährigen noch ein weiterer Mann. Beide setzten ihre Fahrt fort, ohne anzuhalten oder Hilfe zu leisten. Die Stadtpolizei konnte den Fahrer mithilfe der Überwachungskameras in der Gemeinde ausfindig machen. Er wurde wegen des Verdachts auf Tierquälerei mit Todesfolge angezeigt. Auch der Vorwurf von unterlassener Hilfeleistung wird geprüft.

Dem Mann drohen nach dem entsprechenden Artikel 544-bis des italienischen Strafgesetzbuches sechs Monate bis drei Jahre Haft sowie eine Geldstrafe zwischen 5.000 und 30.000 Euro.

Besitzerin fordert mehr Rücksicht

Die Besitzerin zeigte sich tief erschüttert. “Choko” sei ihr Leben gewesen und habe ihr nach mehreren persönlichen Schicksalsschlägen wieder Vertrauen gegeben. Sie wünsche sich keine Rache, sondern hoffe, dass die Verantwortlichen künftig mehr Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein zeigten. Schon ein Wort des Trostes hätte ihr geholfen.

Auch der Bürgermeister von Venedig, Simone Venturini, verurteilte den Vorfall scharf. Besonders empörend sei neben dem Tod des Hundes das Verhalten des Fahrers, der sich einfach entfernt habe. Die Stadt prüft zudem, ob sie sich dem Verfahren als Nebenklägerin anschließen kann. Gleichzeitig sollen die Kontrollen von E-Scootern verstärkt werden.

Worte des Bedauerns gab es auch von Minister Matteo Salvini sowie Luca Zaia, dem langjährigen Präsidenten der Region Venetien.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen