Von: mk
Benaco – Illegale Tuning-Treffen – begleitet von Menschenansammlungen, Lärm und gefährlichen Manövern auf der Straße – haben in den vergangenen Wochen am Gardasee für Diskussionen gesorgt. Nun hat Verkehrsminister Matteo Salvini dazu Stellung genommen, nachdem Senatorin Aurora Floridia von der Autonomiegruppe eine entsprechende Anfrage eingereicht hatte.
Weil die Tuning-Treffen zum Teil in den sozialen Medien angekündigt worden waren, hatten die Ordnungskräfte ihre Kontrollen verschärft – mit besonderem Augenmerk auf unangemeldete Menschenansammlungen und auf riskantes Fahrverhalten.
Floridia berichtete während der Fragestunde im Senat von mehreren hundert technisch aufgerüsteten Fahrzeugen in der Gegend von Benaco im Juli. Tausende Schaulustige hätten sich auf den Straßen entlang des Gardasees herumgetrieben, während Touristen und Einheimische in Panik geraten seien.
Floridia wies darauf hin, dass die verbotenen Treffen nur die Spitze des Eisbergs seien. Die Gardesana – die Umfahrungsstraße, die rund um den Gardasee führt – leide seit Jahrzehnten unter massiver Überlastung, mangelndem öffentlichen Nahverkehr sowie erhöhter Unfallgefahr. Zudem erschwere die geologische Fragilität der Gegend die Verkehrssituation zusehends, zumal es immer wieder zu Steinschlägen komme. Besonders in der Tourismussaison würden sich viele, teils sogar tödliche Unfälle ereignen.
Salvini betonte in seiner Antwort, dass die Verkehrssicherheit eine gemeinsame Priorität sei, weshalb man die Straßenverkehrsordnung überarbeitet habe und man derzeit Anhörungen mit allen Akteuren im Bereich Verkehrssicherheit durchführe. „Das Innenministerium hat bestätigt, dass die illegalen Autotreffen am Gardasee und gefährliches Fahrverhalten kontinuierlich überwacht werden“, fügte Salvini hinzu.
Mit Blick auf die jüngsten Ereignisse präzisierte der Minister „Angesichts des hohen Touristenaufkommens im Gebiet wurden die Risiken im Zusammenhang mit dem angekündigten Event ‚Gardasee illegal night‘ im Jahr 2026 analysiert und eine sofortige Anhebung der Kontrollintensität beschlossen. Allein in der Provinz Verona wurden 561 Fahrzeuge überprüft, 87 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung geahndet, zwei Führerscheine entzogen und sechs Fahrzeuge behördlich stillgelegt. Das ist ein absolut eindeutiges Signal.“
Bezüglich der Sicherheit entlang der Staatsstraße ergänzte Salvini, dass Arbeiten zur Festigung von Steinschlagschutzbauten im Wert von rund drei Millionen Euro unmittelbar bevorstünden. Hinzu kommen laut Minister ordentliche Instandhaltungsmaßnahmen für weitere 600.000 Euro. Im Programmvertrag sei zudem die Umfahrungsgalerie zwischen Gargnano und Tignale vorgesehen – laut Salvini ein strategisches Bauwerk mit einem Volumen von 126 Millionen Euro. „Auf Veroneser Seite des Gardasees wird die Regionalstraße 249 von Veneto Strade verwaltet, die uns mitgeteilt hat, in den letzten Jahren zwei Millionen Euro für Instandhaltung und Sicherheit investiert zu haben. Nun starten neue Arbeiten für Steinschlagschutzbarrieren zwischen Bardolino und Garda im Wert von 650.000 Euro“, erklärte der Minister.
Mittel und langfristig sei außerdem geplant, die Schifffahrt auf Italiens Seen aufzuwerten und den Transport über Wasser wettbewerbsfähiger zu machen. Schnellere Wasserfahrzeuge, die angekauft werden, sollen Fahrzeiten verkürzen und die Seestrecke zu einer echten Alternative zur Straße machen. Im Rahmen eines außerordentlichen Industrieplans werde man rund 110 Millionen Euro dafür bereitstellen.




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