Von: som
Lecco – Wieder einmal rückt das Thema Vandalismus in den Bergen ins Zentrum. In den vergangenen Tagen wurde die Ferrario-Hütte auf dem Gipfel der Grignetta in der Region Lecco mit Schriftzügen und Aufklebern aller Art verunstaltet. In der Magnodeno-Hütte am Comersee hingegen sollen einige Jugendliche in Flip-Flops auf das Dach geklettert sein und anschließend auf die Solarmodule uriniert haben. Auch auf dem Denkmal am Monte Moschin in der Nähe von Vicenza wurden die Schriftzüge „Vota Potere al Popolo“, mehrere Inschriften auf Arabisch sowie der Slogan „No Milanesi“ entdeckt.

Der Abgeordnete und Vorsitzende der Bergkommission der Region Lombardei, Giacomo Zamperini, schreitet ein und betont sauer: „Eine Schutzhütte zu verwüsten bedeutet, eine Sicherheitseinrichtung, ein Symbol der Bergkultur und die stille Arbeit vieler Freiwilliger anzugreifen. Diese Einrichtungen dienen auch dazu, Leben zu retten, und nicht dazu, entwürdigende Partys zu veranstalten“.
Die Ferrario-Hütte erinnert an den Bergsteiger Bruno Ferrario, der gemeinsam mit seinem Freund Arnaldo Tizzoni am Pizzo Cassandra ums Leben kam. Allein dieses Gedenken macht deutlich, dass die Berge kein Freizeitpark sind, sondern eine Umgebung, die Respekt, Vorbereitung und eine geeignete Ausrüstung erfordert.
Um diesen Grundsatz zu unterstreichen, weist Zamperini nochmals auf den von ihm eingeführten Änderungsantrags für die Region Lombardei im Jahr 2024 hin. Diese Regelung basiert auf dem Prinzip der Eigenverantwortung für Wanderer. Demnach ist jeder selbst dafür verantwortlich, Touren sorgfältig zu planen, Wetter und Schwierigkeitsgrad realistisch einzuschätzen, die vorgeschriebene Beschilderung sowie behördliche Anordnungen zu beachten, die Natur und die vorhandene Infrastruktur zu respektieren und mit einer geeigneten Ausrüstung unterwegs zu sein.
Die Berge sind kein Laufsteg für soziale Medien
„Gerade in den letzten Tagen“, mahnt Ratsmitglied Zamperini, „habe ich an den Piani d’Erna, in der Nähe von Lecco, persönlich einige Touristen beobachtet, die in Flip-Flops Bergwege bewältigten. Leider handelt es sich dabei nicht mehr um Einzelfälle. Es gibt immer noch Menschen, die glauben, die Berge seien ein Fotostudio, ein Vergnügungspark oder ein Laufsteg für die sozialen Medien. Das ist nicht der Fall. Die Berge sind eine wunderbare Umgebung, erfordern jedoch Vorbereitung, Vorsicht, Respekt und Achtsamkeit. Die Freiheit, sie zu besuchen, geht Hand in Hand mit der Verantwortung für das eigene Verhalten.“
Wieder einmal waren es nicht die Verursacher, sondern engagierte Menschen vor Ort, die Verantwortung übernahmen. Zamperini würdigte ihren Einsatz mit den Worten: „Mein aufrichtiger Dank gilt den Jugendlichen, die sich freiwillig auf den Weg zum Ferrario-Biwak gemacht haben, um die Schmierereien zu beseitigen und die Hütte wieder in einen würdigen Zustand zu versetzen. Mit ihrem Einsatz haben sie bewiesen, dass manche die Berge verunstalten, während andere sich für ihren Schutz einsetzen.“
Die Vorfälle werfen jedoch die Frage auf, ob Appelle an Respekt und Bewusstsein künftig noch genügen oder ob zusätzliche Maßnahmen notwendig werden, um die Bergwelt wirksam zu schützen.




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