Aranzulla: Italienisches Informatikportal bricht durch KI zusammen

“Keine Sorge, den Einkauf kann ich mir noch leisten”

Donnerstag, 05. November 2026 | 07:01 Uhr

Von: Sophia Molitor

Mit einer großen Portion Ironie steht Salvatore Aranzulla, Gründer des italienischen Informatikportals, dem KI-bedingten Einbruch seiner Klickzahlen und seines Nettogewinns gegenüber. In seinem Facebook-Beitrag schrieb er mit einem Augenzwinkern, dass es kein Grund zur Sorge gäbe: Dank des monatlichen staatlichen Zuschusses für Menschen mit Zöliakie, eine Glutenunverträglichkeit, könne er sich immerhin noch den Einkauf leisten. Mittlerweile hat sich ein Rückgang von ca. 1,69 Millionen Euro gezeigt.

Mit seinem Portal hat er eine der bekanntesten italienischen Anlaufstellen für praktische Technikfragen aufgebaut. Die Seite erklärt in leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie man alltägliche Probleme mit Computern, Smartphones, Programmen und Internetdiensten löst. Fragen wie: Wie installiere ich einen Druckertreiber, wie verbinde ich einen Drucker mit dem WLAN oder wie stelle ich gelöschte Dateien wieder her waren einige der üblichen Fragen, die in seinen Anleitungen beantwortet wurden. Sein Geschäftsmodell basierte lange darauf, dass Menschen bei technischen Problemen über Google nach einer Lösung suchten und dabei auf eine Anleitung von Aranzulla stießen. Er verdiente durch das aufrufen der Webseite und insbesondere über die Werbung.

Genau dieser Ablauf hat sich verändert, durch KI-Suchfunktionen und Chatbots, die heute direkt von Google angezeigt werden oder dadurch, dass Menschen sich direkt an ChatGPT wenden, ohne dabei zwingend die ursprüngliche Website aufrufen zu müssen.

Aranzulla kritisiert, dass zwar teilweise Quellen genannt werden, aber nur wenige Nutzer anschließend tatsächlich auf die verlinkten Seiten klicken. Die KI kann Inhalte einer Website nutzen, um Antworten zu erstellen, während der Website selbst die Besucher und damit mögliche Werbeeinnahmen verloren gehen.

Die Besucherzahlen von seiner Webseite halbierten sich demnach von rund einer Million täglich im Jahr 2024 auf etwa 500.000, während der Nettogewinn von rund 2,33 Millionen auf etwa 641.000 Euro viel, was einen Rückgang um ungefähr 1,69 Millionen Euro zeigt.

Eine konkrete Lösung hat Aranzulla bisher nicht. Er beschreibt das Problem als grundsätzliche Herausforderung für das gesamte Internet, denn wenn KI-Systeme Inhalte anderer Anbieter verwenden, ohne ihnen ausreichend Besucher zuzuführen, könnte es sich langfristig immer weniger lohnen, hochwertige Informationen zu produzieren.

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