Autonomie verbindet

Mehr Zusammenarbeit bei Europas autonomen Grenzregionen

Mittwoch, 28. Oktober 2026 | 17:08 Uhr

Von: Sophia Molitor

Trient – Erstmals in der EU-Geschichte haben sich Grenzgebiete aus ganz Europa getroffen, in denen die Autonomie eine herausragende, treibende Kraft darstellt. Zur Tagung im Castello del Buonconsiglio in Trient hatte die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino vom 27. bis 28. Oktober verschiedene Europäische Verbünde Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) aus Italien, Österreich, Slowenien, Frankreich, Spanien und Portugal zum Kennenlernen, Austauschen und zur Netzwerkbildung eingeladen.

Die Tagung ist Teil einer Veranstaltungsreihe des Trentiner Landesrats zur Förderung der Kenntnis der Autonomie, Simone Marchiori, der betonte: “Dank des vor 80 Jahren unterzeichnete Gruber-De Gasperi-Abkommens konnten wir ein Grenzgebiet in eine Brücke des Dialogs und Zusammenlebens verwandeln. Unsere Autonomie hatte nie das Ziel der Isolation. Sie ermöglichte uns eine Selbstverwaltung, die uns auch in der europäischen grenzübergreifenden Zusammenarbeit glaubwürdig macht.”

Dauerhafte Zusammenarbeit für konkrete Lösungen

Bei der Veranstaltung, an der auch Landtagspräsident Claudio Soini und mehrere Abgeordnete des Trentiner Landtags teilnahmen, verwies die Trentiner Vertreterin im Euregio-Generalsekretariat, Elisa Bertò auf die Bedeutung der europäischen EVTZ-Vernetzung. Als deren Bezugspunkt hat der EU-Ausschuss der Regionen 2024 die Europäische Plattform für grenzüberschreitende Zusammenarbeit (European Cross-Border Platform – ECBP) ins Leben gerufen. “Das jährliche ECBP-Treffen stärkt die horizontale Zusammenarbeit und das grenzübergreifende europäische Netzwerk”, sagte Bertò: “Die heutige Tagung dagegen bringt gezielt Grenzgebiete mit speziellen Autonomiebefugnissen zusammen. Wir wollen uns nicht nur einmal im Jahr austauschen, sondern eine dauerhafte Zusammenarbeit aufbauen, um bei grenzüberschreitenden Herausforderungen unsere spezifischen Kompetenzen auszubauen und konkrete Lösungen für die Bevölkerung unserer Gebiete und der gesamten EU zu erarbeiten.”

Mit Exponentinnen und Exponenten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft – darunter Francesco Palermo (Universität Verona und Eurac Research), Esther Happacher (Universität Innsbruck), Gabrielle Halpern (Philosophin und assoziierte Expertin der Stiftung Jean Jaurès) und Martín Guillermo Ramírez (Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen AEBR, online) haben die EVTZ-Spitzenkräfte ihre Erfahrungen und Vorzeigeprojekte vorgestellt und überlegen, wie man davon lernen und sie weiterentwickeln kann.

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