Trentino möchte Fachkräftemangel entgegensteuern

Norditalien: Es winken 30.000 Euro

Mittwoch, 04. November 2026 | 15:47 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Trient – Mit einer finanziellen Unterstützung von rund 30.000 Euro will das Trentino im Ausland tätige Akademiker und Fachkräfte zur Rückkehr bewegen. Eine entsprechende Initiative soll dem Fachkräftemangel in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen entgegenwirken. Der Antrag von Maria Bosin wurde im Landtag der Provinz Trient mit Unterstützung der Landesregierung angenommen. Die Oppositionsbewegung Onda stimmte dagegen.

Die Maßnahme richtet sich an Personen, die mindestens drei Jahre im Ausland gearbeitet haben und anschließend eine Stelle im öffentlichen Dienst des Trentino oder im Gesundheitsbetrieb Asuit antreten. Voraussetzung ist, dass sie zuvor mindestens drei Jahre im Trentino wohnhaft waren und dort entweder die Oberschule abgeschlossen oder einen Hochschulabschluss erworben haben. Zudem müssen sie ein öffentliches Auswahlverfahren erfolgreich bestehen.

Fünf Jahre Verbleib als Voraussetzung

Die Förderung soll sich auf rund 30.000 Euro belaufen und aus bereits im Nachtragshaushalt 2026 vorgesehenen Mitteln finanziert werden. Wer die Unterstützung erhält, verpflichtet sich, mindestens fünf Jahre im öffentlichen Dienst zu bleiben. Bei einem vorzeitigen Ausscheiden ist eine schrittweise Rückzahlung der Förderung vorgesehen, zusätzlich können Strafzahlungen anfallen.

Landesrat Mario Tonina sprach sich für den überarbeiteten Antrag aus. Die Initiative passe zur politischen Ausrichtung der Landesregierung, den öffentlichen Dienst und das Gesundheitswesen attraktiver zu gestalten und die im Ausland erworbenen Kompetenzen zurückkehrender Fachkräfte zu nutzen.

Onda übt Kritik

Deutliche Kritik kam hingegen von Filippo Degasperi von der Bewegung Onda. Finanzielle Anreize für die Rückkehr seien seiner Ansicht nach wenig wirksam und könnten zudem unerwünschte Verzerrungen verursachen. Statt ausgewanderte Fachkräfte mit Geld zurückzulocken, müsse die Politik vor allem dafür sorgen, dass junge Menschen gar nicht erst gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen.

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