Modriger Geruch strömte aus

Pantheon-Brunnen durch Hitze zum Leben erweckt

Sonntag, 09. August 2026 | 07:57 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Rom – Die anhaltende Hitzewelle in Italien hinterlässt inzwischen auch an historischen Bauwerken ihre Spuren.

Vor dem berühmten Pantheon in Rom hatte sich das Wasser des Rotonda-Brunnens zuletzt gelb verfärbt. Ursache ist ein starker Bewuchs mit Mikroalgen, Cyanobakterien, Pilzen und weiteren Mikroorganismen, die sich aufgrund der außergewöhnlich hohen Temperaturen besonders schnell vermehren.

Das normalerweise klare Wasser wirkte in den vergangenen Tagen trüb und schleimig, zudem war ein modriger Geruch wahrnehmbar. Die biologische Schicht bildet sich Auf den Oberflächen aus Marmor und Travertin bildete sich eine biologische Schicht, die gelb schimmerte. Mikroorganismen und ihre Ausscheidungen waren dafür verantwortlich.

Die römische Denkmalbehörde hat inzwischen eine umfassende Reinigung des historischen Brunnens veranlasst. Die Arbeiten konnten in wenigen Tagen abgeschlossen werden. Bei dieser Gelegenheit wurden auch Vogelkot und Verschmutzungen entfernt.

Nach Angaben der Experten war die Reinigung nicht nur aus optischen Gründen notwendig. Der Biofilm speichert Feuchtigkeit und kann in die Poren des Natursteins eindringen. Dadurch werden leicht saure Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen im Gestein festgehalten, was langfristig die Oberflächen von Marmor und Travertin angreifen und den Verfall beschleunigen kann.

Deshalb werden die historischen Brunnen der italienischen Hauptstadt regelmäßig gewartet – insbesondere während der Sommermonate, wenn sich der Bewuchs besonders rasch entwickelt.

Die Hitzewelle dürfte Rom noch länger fest im Griff behalten. Meteorologen rechnen damit, dass die Temperaturen in den kommenden Tagen erneut auf bis zu 39 Grad steigen und damit deutlich über den für Mitte August üblichen Werten liegen.

Verantwortlich dafür ist ein sogenannter „Heat Dome“, eine großräumige Hochdrucklage subtropischen Ursprungs, die weite Teile Europas mit extremer Hitze überzieht und nach derzeitigen Prognosen mindestens bis zum 18. August anhalten soll. Eine mögliche Abkühlung wird frühestens danach erwartet und dürfte nur von kurzer Dauer sein.

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