Von: importer
Der Protest von süditalienischen Spediteuren und Lkw-Fahrern gegen die hohen Kraftstoffpreise breitet sich aus und hat inzwischen auch den Hafen von Neapel erreicht. Mehrere schwere Lastwagen blockierten am Montag die Zufahrt zum Hafen, einem der größten Süditaliens. Dadurch kam es zu Verkehrsbehinderungen auf den Straßen der Stadt und auf wichtigen Autobahnverbindungen in Kampanien, der Region um Neapel.
Die Proteste begannen gegen Mitternacht und breiteten sich im Laufe der Nacht auf weitere Verkehrsknotenpunkte aus. Die Demonstranten erklärten Autofahrern die Gründe für ihren Protest. Die Kundgebung verlief nach Angaben vor Ort friedlich. Besonders betroffen waren die Autobahnen A1 zwischen Mailand und Neapel sowie A30 zwischen Caserta und Salerno. Auf der A1 bildeten sich in Richtung Rom jeweils rund zwei Kilometer lange Staus unweit von Neapel.
Unmut im Transportgewerbe
Die von der regionalen Logistikvereinigung Fedralog ausgerufenen Protestaktionen betreffen auch die Regionen Apulien, Kalabrien und Sizilien und sollen bis zum 20. Oktober andauern. In der Region Kalabrien wurden rund 15 Proteststandorte eingerichtet, darunter im Bereich des Flughafens Lamezia Terme, am Hafen von Gioia Tauro sowie im Raum Cosenza nahe den Anschlüssen zur Autobahn. Die Aktionen kommen zu den seit Tagen andauernden Protesten der Landwirte gegen die hohen Treibstoffpreise hinzu, berichteten italienische Medien.
Die steigenden Kraftstoffpreise lösen landesweit zunehmenden Unmut im Transportgewerbe aus. Während in Apulien bereits eigenständige Blockadeaktionen angelaufen sind, sind weitere Proteste autonomer Gruppen in Kalabrien und auf Sizilien in den kommenden Tagen angekündigt.
Die Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat für den 27. Oktober ein Gespräch im Verkehrsministerium in Rom angesetzt. Der Präsident des Transportverbands Conftrasporto, Pasquale Russo, bezeichnete die Proteste als spontane Aktionen, die nicht von den Branchenverbänden ausgerufen oder gesteuert werden. Dies mache die Lage besonders besorgniserregend, da es die zunehmende Verzweiflung der Unternehmen widerspiegele.




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