Von: importer
Nach der Wiedereinführung von Grenzkontrollen für Reisende aus Italien hat Spanien am Samstag an sechs Flughäfen fast 200 aus Italien einreisende Personen kontrolliert. Dies teilte das spanische Innenministerium am späten Samstagabend mit. Demnach wurden am ersten Tag der Maßnahme insgesamt 199 Personen auf zwölf Flügen aus Italien an den Flughäfen von Madrid, Barcelona, Sevilla, Bilbao, Alicante und Valencia kontrolliert.
Die EU bemüht sich indes um Beruhigung im Migrationsstreit zwischen Madrid und Rom. Spanien hatte am Freitag angekündigt, die Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien bis zum 7. September beizubehalten. Der italienische Außenminister Antonio Tajani übte scharfe Kritik an den spanischen Kontrollen und sprach in der Tageszeitung “La Stampa” (Sonntagsausgabe) von einer “inakzeptablen Vergeltungsmaßnahme”. Zugleich betonte er: “Wir hoffen, die Aussetzung bald aufheben zu können, sobald keine Gefahr mehr besteht.” Tajani verwies auf spanische Geheimdiensterkenntnisse, wonach es am 15. August einen neuerlichen Migrantenansturm auf Ceuta geben könnte.
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner versuchte indes zu kalmieren. Er teilte am Sonntagvormittag mit, dass er mit den Innenministern beider Staaten gesprochen habe. “Beide haben bestätigt, dass die Binnengrenzkontrollen nur vorübergehend sind”, so Brunner auf X. “Ich habe den Fortschritt betont, den wir im Kampf gegen die illegale Migration gemacht haben und dass das Vertrauen zwischen den Mitgliedsstaaten unsere wertvollste Währung ist”, betonte der frühere Finanzminister.
Spanische Maßnahme soll bis 7. September gelten
Die spanische Regierung begründete die Einführung der Grenzkontrollen mit dem zunehmenden Migrationsdruck auf der zentralen Mittelmeerroute sowie möglichen Auswirkungen auf die öffentliche Ordnung und die innere Sicherheit. Innenminister Fernando Grande-Marlaska informierte die zuständigen EU-Institutionen über die Entscheidung. Die Maßnahme sollte bis zum 7. September in Kraft bleiben und betraf Flughäfen und Häfen mit direkten Verbindungen nach Italien.
Auslöser der Entwicklung ist der Ansturm von 72.000 Migranten auf die spanische Exklave Ceuta Ende Juli. Obwohl es keine Landgrenze mit Spanien hat und Ceuta nicht dem Schengen-Raum angehört, setzte Italien am 1. August als einziger EU-Staat das Schengen-Abkommen mit Spanien aus. Innenminister Matteo Piantedosi sagte, dass die Maßnahme nach dem 15. August neu bewertet werde. Spanien reagierte empört und setzte Italien eine Frist bis zum heutigen Sonntag, die Kontrollen aufzuheben. Mit Samstag Mitternacht führte es seinerseits Grenzkontrollen für Einreisende aus Italien ein.




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