Von: ka
Senago – Ein Kanal in Senago bei Mailand war am frühen Sonntagmorgen Schauplatz einer schrecklichen Tragödie. Ein mit neun Jugendlichen und jungen Erwachsenen besetzter älterer Audi A2, der mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war, kam von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanken und stürzte in einen Kanal. Für drei 17-Jährige, die das versunkene Unfallwrack nicht mehr rechtzeitig verlassen konnten, kam jede Hilfe zu spät. Die Jugendlichen, die vermutlich ertrunken sind, konnten nur noch tot geborgen werden.
Am Steuer saß ein 18-Jähriger, der derzeit im Mailänder Krankenhaus Niguarda behandelt wird. Sein Blutalkoholwert lag bei 1,61 Promille. Ihm droht eine Festnahme wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr. Weit über Senago hinaus sind Trauer, Bestürzung und Entsetzen groß. Nicht zuletzt, weil neben den drei 17-Jährigen am Wochenende weitere Jugendliche und junge Leute bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, wird in Italien über weitere Maßnahmen nachgedacht, um diese Tragödien einzudämmen.
Ein tragischer Unfall ereignete sich am frühen Morgen in Senago im Norden Mailands. Drei minderjährige Jugendliche sind ums Leben gekommen, nachdem das Auto, ein älterer Audi A2, in dem sie unterwegs waren, in den durch Senago fließenden Kanal Villoresi gestürzt war. Die Opfer sind die 17-jährigen Camilla Copparoni, Lorenzo Benin und Riccardo Provasi. Am Steuer saß der 18-jährige Gabriele P. Die Jugendlichen wohnten alle in Paderno Dugnano, der Fahrer hingegen stammt aus Cormano. Sie hatten den Samstagabend im „Line“, einer Diskothek in Lainate, verbracht und waren auf dem Rückweg von der Feier zum 18. Geburtstag eines Freundes.

Der Unfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen kurz nach 5.00 Uhr. Er ereignete sich auf einem sehr engen, nicht befestigten Straßenabschnitt mit einer Doppelkurve vor der Brücke über den Kanal in der Via Cesare im Gemeindegebiet von Senago. An dieser Stelle befindet sich auch ein Radweg. Der ältere Audi A2 durchbrach eine Holzabgrenzung, stürzte in den breiten und tiefen Kanal und soll sich dabei überschlagen haben. Ersten Rekonstruktionen der Carabinieri zufolge könnte der 18-jährige Fahrer des Audi aufgrund überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über das Fahrzeug verloren haben. Dabei wurden einige der neun jungen Menschen, die sich an Bord befanden, im Fahrzeug eingeklemmt. Der 18-jährige Fahrer wurde positiv auf Alkohol getestet.
Wie das Mailänder Tagblatt Il Giorno berichtet, trafen am Unfallort neun Rettungswagen sowie ein Rettungshubschrauber der AREU (der regionalen Notfallagentur der Lombardei) zusammen mit zahlreichen Einsatzteams der Feuerwehr ein. Entscheidend war auch der Einsatz der Rettungstaucher, die die im Fahrzeuginnenraum eingeschlossenen Jugendlichen befreien sollten, der nach dem Unfall unter Wasser geraten war. Zunächst retteten die Feuerwehrleute sieben Personen, von denen eine bereits leblos war. Bei der Bergung des Fahrzeugs entdeckten sie die beiden anderen Vermissten im Inneren des Wagens. Die endgültige Bilanz laut Angaben der AREU beläuft sich auf drei Tote – es handelt sich um die 17-jährigen Camilla Copparoni, Lorenzo Benin und Riccardo Provas – und sechs Verletzte. Die zwischen 17 und 19 Jahre alten Überlebenden wurden nach der Erstversorgung ins Mailänder Krankenhaus Niguarda gebracht. Die Unfallermittlungen wurden den Carabinieri von Cesate und Rho anvertraut.
Den Ergebnissen der ersten Untersuchungen zufolge scheint es, als habe der junge Fahrer die Kurve an der Stelle, an der die Straße zur Brücke über den Kanal abbiegt, nicht geschafft: Das Auto kam von der Straße ab und stürzte ins Wasser. Er hatte Alkohol getrunken, sein Blutalkoholwert lag bei 1,61 Promille. Dieser Wert ist mehr als dreimal so hoch wie der gesetzliche Grenzwert von 0,5 Promille für Nicht-Fahranfänger. Für Fahranfänger und Personen unter 21 Jahren gilt hingegen eine strikte 0,0-Promillegrenze. Die acht jungen Menschen, die mit ihm im Auto saßen, hatten den Ermittlungen zufolge keine Sicherheitsgurte angelegt. Gegen Gabriele P., der im Niguarda-Krankenhaus behandelt wird, könnte nun eine Festnahme wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr erfolgen.
Der mit neun Jugendlichen besetzte Audi A2 befuhr einen für den Autoverkehr gesperrten Straßenabschnitt entlang des Villoresi-Kanals. „Ich kenne natürlich weder die Einzelheiten noch den Hergang”, sagte die Bürgermeisterin von Senago, Magda Beretta, gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA. „Ich kann jedoch bestätigen, dass es in diesem Bereich einen Feldweg und einen durch eine Holzbalustrade begrenzten Radweg gibt. Dieser ist jedoch nicht für Autos freigegeben. Weiter geht es dann wieder auf die befahrbaren Straßen in Richtung Zentrum von Senago.“

Die Bürgermeisterin sprach im Namen von ganz Senago und in ihrem eigenen Namen ihr Beileid zum Tod der Jugendlichen aus. „In dieser Nacht hat sich eine Tragödie ereignet, deren Opfer wirklich viel zu jung waren. Im Namen unserer Gemeinde möchte ich den Familien der Opfer mein tiefstes Beileid aussprechen und den vielen Rettungskräften danken, die sich bei den Rettungsmaßnahmen eingesetzt haben. Es gibt wirklich keine Worte für so viel Schmerz, es ist einfach zu viel.“ Senago stand bereits im Mittelpunkt eines anderen schrecklichen Vorfalls: des Mordes an der im siebten Monat schwangeren Giulia Tramontano, die am 27. Mai 2023 von ihrem Freund getötet wurde.
Auch Vizepremier und Innenminister Salvini meldete sich zu Wort: „Es gab weitere Tragödien auf den Straßen – einen Unfall in Forte dei Marmi und einen in Ligurien. Ich habe heute Morgen mit meinem Kollegen, Innenminister Piantedosi, gesprochen und möchte noch diese Woche eine Sitzung zum Thema Verkehrssicherheit einberufen. Zwar gab es dank der neuen Straßenverkehrsordnung im letzten Jahr über hundert Todesopfer weniger, aber immer noch kehren zu viele junge Menschen nicht nach Hause zurück. Deshalb möchte ich einen Weg finden, um sie alle zu erreichen und mit ihnen zu sprechen – in der Schule, zu Hause!“





Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen