Von: Matthias Knapp
Bozen – Ein Ehepaar aus dem Stadtviertle Kaiserau in Bozen sieht sich nach einem bitteren Zwischenfall gezwungen, den geplanten zweiwöchigen Urlaub deutlich zu verkürzen. Wie die Zeitung Alto Adige berichtet, hat sich ein Obdachloser in ihrem Camper breit gemacht und das Fahrzeug beschädigt.
Das Paar wollte am 22. August in den Urlaub starten. Daraus wird nun wohl nichts. Die Besitzer des Campers, der das Fahrzeug in den vergangenen Wochen auf Vordermann gebracht und mehrmals kontrolliert hatten, stellten bis Donnerstag nichts Ungewöhnliches fest. Am Freitag bemerkte der Mann allerdings, dass Fenster am Dach geöffnet war.
Als er sich die Situation aus der Nähe anschaute, sah er mit Entsetzen, dass jemand die seitliche Fensterscheibe eingeschlagen und sich unbefugt Zutritt zum Camper verschafft hatte. Im Inneren herrschte völliges Chaos. Die frischen Leintücher waren zerknüllt und schmutzig. Auch der Boden war verdreckt. Leere Dosen und Getränkeflaschen standen herum.
Der Unbekannte hat offenbar auch die Dusche benutzt, zumal auch dort der Boden in schlechtem Zustand war. „Die Handtücher waren nass, schmutzige Socken und Pflaster lagen überall herum. Alle Fenster standen offen, zwei davon sind kaputt“, erklärt der Mann laut Alto Adige. Allein die Spesen für die Reparatur der Fenster schätzt er auf 250 Euro.
Um alles wieder in Ordnung zu bringen, benötigte das Paar mehrere Tage – bis auf die kaputten Fenster. Um diese auszutauschen, müssen die Besitzer auf die Rückkehr des Zwischenhändlers warten, der bis 26. August selbst im Urlaub ist.
„Weil meine Frau ihren Urlaub nicht verschieben kann, sind wir gezwungen auf eine Woche unserer gemeinsamen Ferien zu verzichten“, berichtet der Mann. Besonders tragisch ist: Das Paar hat nicht zum ersten Mal so einen Vorfall erlebt. Insgesamt viermal haben sich Randalierer und Diebe am Camper der beiden zu schaffen gemacht.
Eine Alternative wäre es, den Camper auf einen bewachten Parkplatz abzustellen. Kostenpunkt: 1.200 Euro extra im Jahr. Dabei ist der Parkplatz vor dem Haus gratis.
Der Mann und seine Frau sind nicht die einzigen, die mit diesem Problem konfrontiert sind. Viele Camper, die in der Industriezone geparkt sind, riskieren zu Schlafplätzen von Obdachlosen zu werden. Ein Lieferwagen, der monatelang in der Siemensstraße stand, wurde mit der Zeit zur Müllkippe. Auch viele Lieferanten melden, dass Unbekannte immer wieder in ihren Fahrzeugen übernachten.




Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen