Von: Lukas Unterkofler
Genua – Nach heftigen Regenfällen an der spanischen Mittelmeerküste nimmt das Unwettertief „Adam“ Kurs auf Italien. In Spanien kamen mindestens zwei Frauen ums Leben, Straßen wurden überflutet und zahlreiche Flüge gestrichen. Nun bereiten sich auch Frankreich und Italien auf ergiebige Niederschläge vor.
Starkregen und Überschwemmungen drohen
„Adam“ ist das erste sogenannte DANA-Tief dieses Herbstes (spanisch für „Depresión Aislada en Niveles Altos“). Dabei handelt es sich um ein isoliertes Höhentief, bei dem kalte Luft in großer Höhe auf feuchtwarme Luft trifft. Die Folge können extreme Regenmengen sein.
Zunächst erreicht das Tief Sardinien und Korsika sowie die tyrrhenische Küste. Anschließend zieht es Richtung Nordwestitalien und erreicht dabei auch Südtirol. Zunächst sind aber besonders im Raum Savona laut Prognosen 100 bis 150 Liter Regen pro Quadratmeter möglich, im Piemont regional mehr als 100 Liter. Einzelne Vorhersagen rechnen sogar mit bis zu 260 Litern.
Am Mittwoch verlagert sich der Schwerpunkt voraussichtlich nach Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Dort drohen Überschwemmungen und Erdrutsche. In den Alpen könnte die Schneefallgrenze auf unter 2.000 Meter sinken. Bereits zuvor muss Südfrankreich mit kräftigem Regen und Sturmböen von bis zu 133 km/h rechnen.
Erinnerungen an die Flutkatastrophe in Valencia
Die aktuelle Wetterlage weckt Erinnerungen an die verheerenden Überschwemmungen im Oktober 2024 in der Region Valencia. Damals starben 229 Menschen. Der spanische Wetterdienst hatte zudem den September 2026 als außergewöhnlich warm eingestuft. Wissenschaftler sehen in der Erwärmung des Klimas einen Faktor, der Starkregenereignisse begünstigen kann.
Südtirol: Heute stellt sich das Wetter um
Die Ausläufer des Tiefs erreichen auch Südtirol. Bereits am heutigen Dienstag ist eine Wetterumstellung zu verzeichnen. “Am Mittwoch folgt ein Genuatief mit südtirolweit rund 15 bis 40 mm Regen, der ergiebigste Niederschlag seit 40 Tagen”, schildert Landesmeteorologe Dieter Peterlin.
Außerdem erklärt der Wetterexperte, dass es durch die milde Mittelmeerluft zunächst nur oberhalb von 2700 Höhenmeter schneien dürfte. In der Nacht sinkt die Schneefallgrenze auf unter 2000 Höhenmeter ab.




Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen