Von: Matthias Knapp
Rom – Italien steht ein radikaler Wetterumschwung bevor: Die Druckverhältnisse, die sich in ganz Europa grundlegend ändern, bewirken nach anhaltend milden Phasen einen echten Wintereinbruch.
Das atlantische Hochdruckgebiet, das sich derzeit noch über den zentral-südlichen Teil des Kontinents erstreckt, schiebt sich in den kommenden Tagen wie ein Keil weiter nach Norden über Skandinavien vor. Dies schafft ideale Bedingungen für einen regelrechten Strom arktischer Kaltluft, der zunächst das Herz Europas und in weiterer Folge den ungeschützten Mittelmeerraum überflutet.
Ein erster Kaltluftvorstoß macht sich in Italien bereits am Freitag, den 30. Oktober bemerkbar. Dies ist jedoch nur der Auftakt zu einer weitaus drastischeren Wetterverschlechterung ab 1. November, wenn der Kaltlufteinbruch richtig Fahrt aufnimmt.
Während das Hochdruckgebiet immer weiter nach Norden wandert, gerät Italien zunehmend in den Einflussbereich kalter Ostwinde. Neben einem spürbaren Temperatursturz bringt dieser Wetterumschwung vor allem in den zentralen und südlichen Regionen wiederkehrende Niederschläge. Besonders betroffen sind die an der Adriaküste gelegenen Gebiete, wo die Nord-Ost-Winde direkt auf den Apennin treffen.
Dabei handelt es sich keineswegs um ein kurzes Intermezzo: Aktuellen Prognosen zufolge wird diese östliche Strömung mit großer Wahrscheinlichkeit den Großteil der kommenden Woche anhalten. Der Temperaturrückgang fällt markant aus und wird durch kräftige Winde wie Bora und Tramontana noch verstärkt.
Der Schwerpunkt der Instabilität liegt über den Abruzzen, über Molise, Apulien, Basilikata, Kalabrien und über Sizilien, wo es ab Allerheiligen zeitweise Schauer gibt. Wie Meteo Giornale.it schreibt, setzt an den höchsten Gipfeln des Apennins Schneefall ein, wobei die Schneefallgrenze stellenweise unter 1.500 Meter sinken kann.
Neue Kaltlufteinflüsse russischen Ursprungs nähren auch nach dem Wochenende das über Italien liegende Mittelmeertief, wodurch der winterliche Kälteeinbruch auch in den ersten Novembertagen erhalten bleibt.
Erst um den 5. bis 6. November herum schwächt sich der östliche Strom ab, und die Temperaturen könnten sich – begleitet von einer möglichen Rückkehr des Hochdrucks – wieder zaghaft erholen.
Früher Schnee im Flachland und in tieferen Lagen ist zu Beginn des Novembers allerdings noch kein Thema. Gegen den 10. November könnte sich die Zirkulation erneut umstellen und milderes, für die Jahreszeit typisches Regenwetter zurückbringen.




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