Von: Lukas Unterkofler
Rom/Bozen – Noch einmal Hitze, Schwüle und örtliche Gewitter – doch danach könnte sich das Wetter in Italien grundlegend verändern.
Bis Ferragosto am 15. August bleibt das Land weitgehend unter dem Einfluss eines subtropischen Hochdruckgebiets. Gleichzeitig mehren sich die Hinweise auf eine Rückkehr der Atlantikströmung und damit auf eine deutlich dynamischere Wetterlage.
Seit Ende Mai hat Italien bereits mehrere ausgeprägte Hitzewellen erlebt. In den heißesten Phasen wurden örtlich Temperaturen nahe 42 Grad gemessen, auf Sardinien sogar mehr als 47 Grad. Auch die Nächte blieben vielerorts außergewöhnlich warm: In einigen Regionen sanken die Temperaturen über Wochen nicht unter 25 Grad.
Hitze und Gewitter bis Ferragosto
Bis zum Feiertag am 15. August ändert sich am Grundmuster zunächst wenig, berichtet “Tempo Italia”. Die Tage beginnen meist sonnig, im Laufe des Nachmittags bilden sich durch die starke Erwärmung jedoch Quellwolken. Vor allem in den Alpen und Voralpen sowie entlang des Apennins sind lokale Schauer und Gewitter möglich.
Dabei kann es nach der langen Hitzephase auch kräftiger zur Sache gehen. Gewitterzellen können sich rasch entwickeln und von den Bergen in Richtung Ebene ziehen. Auch Hagel und starke lokale Niederschläge sind möglich. Einzelne Wärmegewitter können zudem auf den Gebirgen Sardiniens und Siziliens entstehen.
Auch die Temperaturen bleiben hoch. Besonders in den inneren Gebieten Mittelitaliens sind weiterhin Werte um 39 bis 40 Grad möglich. In der Poebene und in Norditalien werden Temperaturen um 36 Grad erwartet. Hohe Luftfeuchtigkeit dürfte die Hitze zusätzlich belastend machen.
Atlantik könnte das Wetter drehen
Nach Ferragosto zeichnet sich allerdings eine mögliche Wende ab. Aktuelle Berechnungen des europäischen Wettermodells ECMWF und anderer Modelle deuten auf eine stärkere Westströmung hin. Damit könnten atlantische Tiefdruckgebiete wieder stärker Einfluss auf das Wetter in Europa nehmen.
Die mögliche Entwicklung wäre mehr als nur eine kurze Abkühlung. Meteorologen sprechen von einem möglichen „strukturellen Wetterwechsel“: Die bislang über Wochen dominierende subtropische Hochdrucklage könnte an Einfluss verlieren und einer dynamischeren Wetterlage Platz machen.
Das würde nicht automatisch den Beginn des Herbstes bedeuten. Vielmehr könnten sich die Temperaturen wieder stärker den jahreszeitlich üblichen Werten annähern, während die Wahrscheinlichkeit für wechselhafteres Wetter und atlantische Störungen zunimmt. Für viele dürfte sich diese “normale” Sommerwitterung nach den langen Hitzeperioden bereits wie eine deutliche Abkühlung anfühlen.
Noch keine sichere Prognose
Noch ist die Entwicklung allerdings nicht in Stein gemeißelt. Die zweite Augusthälfte liegt in einem Bereich, in dem Wettermodelle noch größere Unsicherheiten aufweisen. Die kommenden Berechnungen müssen zeigen, ob sich die erwartete Umstellung tatsächlich bestätigt und wie stark sie Italien trifft.
Klar ist damit vorerst nur: Ferragosto wird noch einmal heiß – danach könnte der Sommer sein Gesicht verändern.




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