Zwischenfall in der Toskana

Wolf wahrscheinlich vom Geruch angelockt

Donnerstag, 23. Juli 2026 | 17:03 Uhr

Von: mk

Camaiore – Der mutmaßliche Angriff eines Wolfes bei einer Grillfeier in Camaiore in der Toskana schlägt nach wie vor hohe Wellen. Ersten Berichten zufolge hieß es, dass sich der Wolf einem zweijährigen Kind genährt habe und vom Familienhund in die Flucht geschlagen worden sei. Die Hündin sei dabei vom Raubtier getötet worden. Nun rückt der Bürgermeister Marcello Pierucci einige Informationen zurecht.

„Es gab keinen direkten Angriff auf eine menschliche Person“, stellt der Bürgermeister klar. Dies hätten Ermittlungen der Polizei und der Forstbehörde ergeben. Der Hund habe vermutlich aus Instinkt reagiert und die Familie vor dem Wolf beschützen wollen, der sich dem Haus genähert habe. Zum Zeitpunkt des Aufeinandertreffens habe sich keine Person vor der Wohnung aufgehalten.

Wie berichtet, hat sich der Vorfall am Samstagabend gegen 20.30 Uhr ereignet. Der Wolf ist vermutlich durch den Geruch des gegrillten Fleisches angelockt worden, wie Pierucci bestätigt. Auch die Mutter des Kindes ist nicht verletzt worden.

Die Hündin der Familie, die die Anwesenheit des Wolfes bemerkt hat, soll den Wolf angebellt haben. Dieser attackierte darauf den Hund und fügte ihm an der Kehle tödliche Bisswunden zu, um ihn dann in den Wald zu zerren. Die Hündin wurde am darauffolgenden Tag tot aufgefunden.

Der Zwischenfall spielte sich in der Fraktion Orbicciano ab, die von Wald umgeben ist. Die Familie hatte sich im Inneren der Wohnung aufgehalten und nur das Bellen des Hundes gehört.

Obwohl damit kein Angriff eines Wolfes auf einen Menschen stattgefunden hat, löste der Vorfall trotzdem Empörung aus – zumal sich ein Wolf in unmittelbare Nähe einer menschlichen Siedlung gewagt hat. Wie der Bürgermeister berichtet, sind in der Vergangenheit zudem in der Umgebung mehrere Schafe von Wölfen gerissen worden.

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