Die Armee hat den Markt dem Erdboden gleichgemacht

50 Tote bei Luftangriff auf Markt in Myanmar

Dienstag, 29. September 2026 | 11:31 Uhr

Von: importer

Die Zahl der Todesopfer bei einem Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Rakhine ist nach Angaben von Rettungskräften auf 50 gestiegen. Zudem seien bei dem Angriff am Montag in der Stadt Kyauktaw 58 Menschen verletzt worden, erklärten die Rettungskräfte am Dienstag. Demnach könnte die Zahl der Toten noch steigen, da einige Leichen in Bränden nach dem Angriff verloren gegangen seien.

Die myanmarische Armee konnte für eine Stellungnahme zu dem Angriff zunächst nicht erreicht werden. Die ethnische Rebellenorganisation Arakan Army, die das Gebiet des Angriffs kontrolliert, meldete ihrerseits 49 Todesopfer und 58 Verletzte. Bei den Toten habe es sich um “unschuldige Passanten, Marktverkäufer, Einkäufer und Frachtlader” gehandelt, erklärte die Arakan Army.

Abgeschnittene Region Myanmars

Ein Kampfflugzeug habe den Bereich um den sogenannten India Market und die nahe gelegene Kassapanadi-Brücke attackiert, berichteten der Sender DVB TV und die Arakan Army, die seit Jahren gegen das Militär kämpft. “Der Kampfjet hat insgesamt dreimal Bomben abgeworfen”, sagte der 33-jährige Kyaw Moe, der in der Stadt lebt, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Markt gilt als wichtiges Handelszentrum für die Region. Rakhine ist wegen des Bürgerkriegs in Myanmar und der von der Armee verhängten Beschränkungen der Handelswege weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten. Die Bevölkerung ist deshalb eigenen Angaben zufolge auf Versorgungswege über die Nachbarländer angewiesen.

Immer wieder Angriffe auf zivile Ziele

Kyauktaw wird von der Arakan Army kontrolliert. Das Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff. Menschenrechtler werfen den Streitkräften schon lange vor, gezielt Orte anzugreifen, die nicht in direktem Zusammenhang mit militärischen Operationen stehen – darunter Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohngebiete.

Seit dem Putsch von 2021 befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewählten Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst. Seither prägen wieder Gewalt, Willkür, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.

Die Kämpfe haben nach UNO-Angaben fast eine halbe Million Menschen zur Flucht gezwungen. Der Konfliktbeobachtungsstelle Acled zufolge sind in dem Bürgerkrieg seit dem Militärputsch im Jahr 2021 mehr als 100.000 Menschen getötet worden.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen