"Konstruktives Treffen"

500 Millionen Euro für öffentliche Bauten in Bozen

Dienstag, 06. Oktober 2026 | 18:53 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – In den kommenden zwölf Monaten stehen in der Stadt Bozen zahlreiche Projekte an, die aus einer engen Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Bozen und dem Land Südtirol hervorgehen. Bei der Sondersitzung der Landesregierung am 6. Oktober in der Gemeinde Bozen hat Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi das umfangreiche Hochbau-Programm für die Stadt Bozen für die kommenden drei Jahre vorgestellt. Für die Landeshauptstadt hat sein Ressort ein Investitionsvolumen von 500 Millionen Euro mobilisiert. Was die dadurch entstehenden Baustellen betreffe, wolle man das gemeinsame Verkehrsmanagement weiter verbessern, sagten Landesrat Bianchi und Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati.

“Es war ein sehr positives und vor allem konstruktives Treffen”, betonte Corrarati. “Wir haben Themen besprochen, die das Leben in der Stadt unmittelbar betreffen, zugleich aber auch eine landesweite Dimension haben. Vom Handel über das Wohnen, von der Mobilität bis zur Infrastruktur, vom Sport bis zur Sozialpolitik: In all diesen Bereichen waren wir uns einig, dass die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Land verstärkt werden muss”, sagte der Bozner Bürgermeister. Bozen sei die Landeshauptstadt und müsse ein Motor für das gesamte Land sein. Gleichzeitig brauche die Stadt das Land, das an ihrer Seite arbeite. “Das heutige Treffen geht genau in Richtung einer engeren, direkteren und vor allem schnelleren Zusammenarbeit, damit gemeinsame Ziele rascher in konkrete Ergebnisse umgesetzt werden”, erklärte Corrarati.

Eine ganze Reihe von Vorhaben im Hochbau werden nun in Bozen abgewickelt: Am 16. September haben die Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Pascoli- und Longon-Areal für den Bau des Zentrums für Bibliotheken, Autonomie und Minderheitenschutz begonnen, ein Projekt, das laut Bianchi die städtebauliche Aufwertung und Kultur verbindet.

Eines der strategisch wichtigsten Projekte für Bozen ist laut Hochbaulandesrat die Aufwertung des Siegesplatzes. Die Arbeiten am dritten Baulos der Gebäude sollen im Frühjahr 2027 starten. Dort sollen Büros der Agentur Südtiroler Einzugsdienste sowie Landesdienste Platz finden, die derzeit in angemieteten Gebäuden untergebracht sind. Zudem sollen in den oberen Stockwerken neue Wohnplätze für rund 100 Studierende entstehen, um der wachsenden Nachfrage nach Wohnraum in der Landeshauptstadt Rechnung zu tragen.

Für 2027 ist auch der Beginn der Sanierung des ehemaligen Gebäudes der Staatstelefone – SMART Up vorgesehen. Das historische Gebäude beherbergt das Coworking-Projekt DRIN für junge Menschen.

2027 wird außerdem der Planungswettbewerb für die Aufwertung des Stadtteils Gries mit der Schaffung einer Zone für öffentliche Einrichtungen ausgeschrieben.

Die Arbeiten an der Kaserne Vittorio Veneto würden zügig vorangehen und sollen bis Ende 2028 beendet sein, berichtete der Landesrat. Zur Aufwertung der Struktur werden Gebäudeteile abgerissen und neu gebaut oder saniert und sollen schließlich ein Gesamtvolumen von rund 63.000 Kubikmetern umfassen. Für die Kaserne sollen dadurch vor allem logistische und operative Verbesserungen entstehen. Nach Abschluss der Arbeiten werden die derzeit in der Huber-Kaserne untergebrachten Einheiten in die Vittorio-Veneto-Kaserne übersiedeln.

Im Gange sind auch die Arbeiten am Bildungszentrum Moritzing, in unmittelbarer Nähe zum Universitären Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe “Claudiana”. Dort entstehen 200 Wohnheimplätze für Studierende der Gesundheitsberufe sowie der künftigen Medizinischen Fakultät. 2027 werden die Baulose 3 und 6 für Personalwohnungen und Kindertagesstätten übergeben. 2028 ist zudem der Baubeginn der Medizinischen Fakultät mit einer Investition von 35 Millionen Euro vorgesehen.

Noch heuer im November sollen auch der Um- und Ausbau des Landeskleinkinderheimes IPAI anlaufen. Dafür sind 8,9 Millionen Euro vorgesehen.

Anfang November beginnt zudem die Sanierung des Landhauses 13 in der Gamperstraße, das das Haus der sozialen Vereine beherbergen soll. Die Sicherung des Gerichtsgebäudes steht kurz vor dem Abschluss. Der Wiederaufbau wird laut Bianchi nach der Genehmigung der Machbarkeitsstudie festgelegt.

Für den Umbau des Musikkonservatoriums “Monteverdi” soll das erste Baulos soll Anfang 2027 übergeben werden, die Lose 2 und 3 sollen zwischen 2028 und 2029 folgen.

Für 2029 ist außerdem der Baustart für das Haus der Mobilität in der Raiffeisenstraße vorgesehen.

Bis Ende Oktober 2026 soll der Wiederaufbau des Gebäudes in der Europaallee 138 beginnen. Dort entstehen stationäre und teilstationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

2027 beginnen auch die Bauarbeiten für den neuen Sprengelsitz Bozen/Oberau – Haslach, in den 13 Millionen Euro investiert werden.

Bezirk: Bozen

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