Von: Matthias Knapp
Bozen – Eine Gruppe von Abgeordneten des Südtiroler Landtages unter der Leitung von Präsident Angelo Gennaccaro befindet sich für eine Reihe institutioneller Treffen in Ungarn. Hauptaugenmerk dabei liegt auf dem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Minderheit im Land.
Die Delegation, die neben Gennaccaro Landtags-Vizepräsident Arnold Schuler, Präsidialsekretär Harald Stauder und Präsidialsekretärin Maria Elisabeth Rieder sowie die Abgeordneten Sven Knoll, Hannes Rabensteiner und Madeleine Rohrer umfasst, hat sich im Parlament in Budapest mit dem Parlamentssprecher der Ungarndeutschen, Gregor Gallai, getroffen. Mit ihm tauschte man sich über Fragen im Zusammenhang mit der zweitgrößten der zwölf in Ungarn vertretenen Minderheiten aus. „Wir haben Themen wie die repräsentative Vertretung, den Schutz der Sprache und das Schulsystem zur Wahrung der deutschen Minderheit erörtert, um uns über die unterschiedlichen Sichtweisen auszutauschen und die Beziehungen zwischen den beiden Minderheiten zu stärken“, berichtet Präsident Gennaccaro. „Es war mir eine große Freude, durch dieses Treffen neue Wege zu erschließen“, unterstreicht Gallai.
Im Anschluss wurde die Delegation am Sitz der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen von deren Vorsitzender Ibolya Hock‑Englender und deren Vizevorsitzender Olívia Schubert empfangen. Diese ermöglichten den Südtiroler Abgeordneten unter anderem Besuche bei Bildungseinrichtungen, darunter das Friedrich‑Schiller‑Gymnasium in Werischwar (Pilisvörösvár), das Lenau-Haus in Fünfkirchen (Pécs) – ein Kultur- und Begegnungszentrum der Ungarndeutschen in Südtransdanubien – sowie das Valeria-Koch-Bildungszentrum, eine Einrichtung unter dem Dach der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. „Dieses Treffen war eine Gelegenheit, die guten Beziehungen zu Südtirol wiederzubeleben, die die Selbstverwaltung seit Jahren pflegt“, erklärte Hock‑Englender.
Im Habsburgerreich lebten im Gebiet des heutigen Ungarn zahlreiche Deutsche, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie gezwungen, das Land zu verlassen. Derzeit gibt es laut offiziellen Zählungen rund 220.000 Ungarndeutsche, inoffizielle Schätzungen gehen jedoch von 500.000 Angehörigen der Volksgruppe aus.




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