Ex-BND-Chef August Hanning (Archivbild)

Deutscher Ex-Geheimdienstchef Hanning festgenommen

Dienstag, 06. Oktober 2026 | 10:59 Uhr

Von: importer

Der Ex-Präsident des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, ist am Dienstag unter Spionageverdacht festgenommen worden. Außer dem 80-Jährigen wurde auch sein ehemaliger Büroleiter festgenommen. Dieser soll Hanning nach Ende von dessen Beamtenlaufbahn jahrelang geheime Informationen weitergegeben haben. Es steht der Verdacht des Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen im Raum. Es soll dabei aber nicht um eine Verbindung zu Russland gehen.

Nach Angaben der deutschen Bundesanwaltschaft steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Seinem Mitarbeiter wird Beihilfe vorgeworfen. Der frühere Büroleiter Manfred D. soll dem ehemaligen BND-Chef auch nach dessen Dienstzeit Erkenntnisse des Nachrichtendienstes weitergegeben haben, die Hanning für seine Beratertätigkeit genutzt haben soll. Demnach soll er Hanning bis Juni 2022 gegen Geld fast 2.000 Dokumente zur Verfügung gestellt haben, darunter vielfach als Verschlusssache eingestufte Informationen für die Leitungsebene.

Kontakte zu ausländischen Geheimdiensten

In einem Fall soll Hanning die geheimen Informationen genutzt haben, um eine Analyse für den Mitarbeiter eines ausländischen Geheimdienstes zu erstellen. Zudem habe er über Jahre hinweg einen Angehörigen eines anderen staatlichen Nachrichtendienstes mit politischen Informationen versorgt.

Hanning leitete den deutschen Auslandsgeheimdienst von 1998 bis 2005, danach war er Staatssekretär im deutschen Innenministerium. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.

Ermittlungen wegen Beteiligung an Block-Entführung

Die Erkenntnisse stammen laut Medieninformationen aus den Ermittlungen gegen Hanning wegen einer möglichen Beteiligung an der Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block. Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendiensts und ein pensionierter Beamter des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg stünden im Verdacht, als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag von Christina Block zur Kindesentziehung angenommen zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft im Herbst 2025 mitgeteilt. Die Steakhauserbin, gegen die derzeit ein Strafverfahren läuft, ließ laut Anklage ihre beiden Kinder, die beim Vater in Dänemark lebten, in der Silvesternacht 2023/24 von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma in ein Auto zerren und nach Deutschland bringen. Block bestreitet die Beteiligung an der Entführung.

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