Keine Rennstrecke für Raser und Rowdies“

Dolomiten: “Straßen-Rowdies werden nicht mehr toleriert”

Dienstag, 23. Juni 2026 | 07:26 Uhr

Von: luk

Gröden – Ob Sportwagen, die durch die Dörfer rasen, oder Motorräder, die gefährliche Überholmanöver starten: „Immer öfter werden unsere Pass- und Dorfstraßen mit einer Rennstrecke verwechselt“, macht der Präsident der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern Albin Kofler aufmerksam, dass es höchst an der Zeit sei, den Rowdies auf den Südtiroler Straßen einen Riegel vorzuschieben.

„Natürlich stören Lärm und Abgase“, weiß Bezirkspräsident Albin Kofler aus eigener Erfahrung, „wenn aber ortsfremde Menschen plötzlich mit einer Geschwindigkeit durch unsere Dörfer rasen, als ob sie gerade am Formel-1-Rennen in Montecarlo teilnehmen würden, hört der Spaß dann wirklich auf. Sportwagen und Motorräder sollen nicht zu einer Gefahr für Senioren und Kinder werden, die gerade in der Sommer- und Ferienzeit ohne Begleitung zu Fuß oder mit dem Fahrrad in unseren Dörfern im Eggental, im Schlerngebiet, am Salten, am Ritten, im Sarntal oder im Grödnertal unterwegs sind und dabei riskieren, sprichwörtlich unter die Räder zu kommen.“

Die Ortspolizei Karneid habe dementsprechend heuer in ihrem Einzugsgebiet bereits zahlreiche Strafen ausgestellt und so viele Führerscheine entzogen wie noch nie, berichtet Kofler. „Nützen tut es aber leider wenig“, räumt der Bezirkspräsident ein, wenig Handhabe zu haben. Kofler und seine Amtskollegen in den betroffenen Gemeinden fordern ein landesweit einheitliches und gemeinsames Vorgehen, „damit unsere Pass- und Dorfstraßen nicht als Rennstrecken missbraucht werden. Vor allem wenn die Dolomitenpässe berechtigterweise für den Verkehr gesperrt werden, verlagert sich das Problem verstärkt auf die umliegenden Bergdörfer. Wir dürfen aber nicht tolerieren, dass gerade jene Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, die über unsere Straßen brettern, ohne ernsthafte Konsequenzen ziehen gelassen werden müssen“, sagt Kofler. Abmahnungen und Strafen würden oft gar nicht ernst genommen.

Der Bezirkspräsident und seine Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen unterstreichen, dass viele Tourismusbetriebe ein Konzept für mehr Nachhaltigkeit verfolgen würden und geben zu bedenken, dass von diesem Durchzugsverkehr niemand etwas habe, „weder unser Tourismus, noch andere Wirtschaftszweige wie Handel und Handwerk, und schon gar nicht die Anwohner und unsere Natur, im Gegenteil: Die Menschen, die hier Urlaub machen, suchen Ruhe und Erholung – und wer Lärm, Abgase und Krawalltouristen toleriert, die meinen der öffentliche Raum gehört ihnen allein, schadet damit unseren Menschen und unserer Tourismusregion.“

Bezirk: Salten/Schlern

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