Von: Matthias Knapp
Bozen – Der SVP-Landtagsabgeordnete Franz Locher begrüßt die am Wochenende bekannt gewordene Tatsache, dass nun endlich zwei Varianten für den Hörtenbergtunnel vorliegen. Gleichzeitig mahnt er zur Vorsicht: „Nun müssen sich das Land und die Gemeinde Bozen dringend an einen Tisch setzen und zeitnah eine Entscheidung treffen, damit eines der wohl ältesten Mobilitätsprojekte endlich umgesetzt werden kann.“
Seit 2020 hat Locher im Landtag fünf aktuelle Anfragen sowie einen Beschlussantrag zum Thema Hörtenberg eingebracht. Es folgten zahlreiche Versprechungen, während der Projektstart immer wieder hinausgezögert wurde. Nun scheint erneut Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Ob die damit verbundene Hoffnung tatsächlich berechtigt ist, wird sich zeigen. „Nach 35 Jahren müssen den Worten endlich Taten folgen. Anderswo werden Großprojekte finanziert und zügig umgesetzt. Einzig in der Landeshauptstadt war man bis heute nicht imstande, die Voraussetzungen für eine angemessene Verkehrsentlastung zu schaffen“, kritisiert Locher. Für ihn steht fest, dass keine weitere Zeit verloren werden darf.
Auch die zuletzt geführten Gespräche hätten gezeigt, dass die Zeit drängt: „Wenn dieses Projekt als Fata Morgana bezeichnet wird, dann muss uns das zum Nachdenken bringen. Bereits 2021 hatten sich Land und Gemeinde auf eine Trasse geeinigt. Fünf Jahre später liegen zwei neue Varianten auf dem Tisch, und die Frage, wann oder gar ob der Tunnel gebaut wird, lässt sich noch immer nicht beantworten. Da ist es nicht verwunderlich, wenn Anrainer und Verkehrsteilnehmer ungeduldig werden.“
Locher hofft, dass sich das Land und die Gemeinde Bozen nun an einen Tisch setzen und Nägel mit Köpfen machen: „35 Jahre Diskussion müssen reichen. Jetzt braucht es eine klare Entscheidung und vor allem den politischen Willen, dieses Projekt auch umzusetzen.“ Das Ziel müsse eine spürbare Verkehrsentlastung der Stadt Bozen sein, die letztlich zu mehr Lebensqualität für alle Beteiligten führen würde.
Ausreden lässt Locher nicht mehr gelten, auch nicht solche bautechnischer Natur. „Die Variante über den Bozner Boden könnte eine Lösung sein, alternativ würde sich die Trasse über die Innsbrucker Straße anbieten. Mit einer guten Planung lässt sich auch das Grundwasserproblem und eine optimale Einbindung in das Landschaftsbild lösen. Das müssen gute Techniker imstande sein zu gewährleisten.“
Laut einer ASTAT-Studie aus dem Jahr 2024 werden an einem durchschnittlichen Werktag insgesamt 103.000 Autofahrten mit Ausgangs- und/oder Zielpunkt in der Landeshauptstadt registriert. Angesichts der weiterhin steigenden Nächtigungszahlen dürfte diese Belastung künftig noch zunehmen. Für Locher ist dies Grund genug, hartnäckig zu bleiben: „Der Hörtenbergtunnel ist die einzige Chance, die Landeshauptstadt verkehrstechnisch zu entlasten. Die Gemeindeverwaltung muss nun Kante zeigen und eine rasche Entscheidung für die beste Lösung verlangen. Nach 35 Jahren ist das eine mehr als berechtigte Forderung.“




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