Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Trotz der Proteste der vergangenen Wochen sieht der italienische Haushaltsentwurf für 2027 weitere Einsparungen im Bildungs- und Gesundheitswesen vor. Die Young Greens South Tyrol kritisieren die geplanten Maßnahmen und fordern mehr Investitionen in die Zukunft der jungen Generation.
In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Menschen in verschiedenen italienischen Städten friedlich gegen hohe Lebenshaltungskosten, Missstände im Bildungssystem und Arbeitslosigkeit demonstriert. Auch in Bozen gingen mehr als 500 Menschen, darunter Lehrkräfte und Studierende, auf die Straße. Die Proteste verliefen ohne Ausschreitungen.
Dennoch seien im Haushaltsgesetz 2027 weitere Kürzungen beim Schulpersonal vorgesehen, kritisieren die Jungen Grünen. Insgesamt sollen demnach fast 7.000 Stellen wegfallen. Einschließlich der Einsparungen der vergangenen drei Jahre summiere sich der Stellenabbau auf rund 14.800 Arbeitsplätze.
Kritik auch an Gesundheitsfinanzierung
Auch die Finanzierung des Gesundheitswesens sehen die Young Greens kritisch. Die vorgesehenen Mittel reichten nicht aus, um die Inflation und die gestiegenen Energiekosten auszugleichen. Dies könne sich negativ auf die Wartezeiten und den Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung auswirken.
Zudem kritisiert die Jugendorganisation die politische Kommunikation rund um die Kürzungen. Lega-Chef Matteo Salvini habe den Haushaltsplan zunächst gelobt und anschließend erklärt, von den Einsparungen nichts gewusst zu haben.
Vorstandsmitglied Gabriele Bin bezeichnete es als inakzeptabel, dass die Forderungen der Demonstrierenden nach bezahlbarem Wohnraum und einem besseren Bildungssystem kaum berücksichtigt würden. Als weiteres Warnsignal verwies er darauf, dass allein im Jahr 2024 rund 141.000 Menschen Italien verlassen hätten.
Die Young Greens fordern deshalb eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Problemen im Bildungs- und Gesundheitswesen. Dabei müssten insbesondere jene einbezogen werden, die täglich mit den Herausforderungen konfrontiert seien. Ziel müsse es sein, jungen Menschen konkrete Zukunftsperspektiven zu bieten und ihnen zu ermöglichen, in ihrer Heimatregion zu bleiben.




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