Polizeichef Marek Boroń bei einem Briefing am Samstag

Justiz ermittelt wegen Terrorismus nach Krakau-Anschlag

Sonntag, 08. November 2026 | 11:41 Uhr

Von: importer

Die Staatsanwaltschaft in Polen ermittelt nach den Todesschüssen auf dem Marktplatz von Krakau wegen einer terroristischen Straftat. Das meldete die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf die Behörde. Es gehe um die Tötung von sechs Personen und den versuchten Mord an zahlreichen weiteren Personen, darunter Polizeibeamte. Die drei Toten im Haus des Schützen von Krakau sind nach Polizeiangaben die Eltern und die Schwester des Mannes.

Das berichtete der polnische Rundfunksender RMF FM unter Berufung auf den Sprecher der polnischen Polizeizentrale in Warschau, Andrzej Fijolek, am Sonntag. Die Leichen waren bei einem Polizeieinsatz am Samstagabend im Haus des 24-jährigen Schützen in der Stadt Ostrowiec Swietokrzyski etwa zwei Stunden Autofahrt nordöstlich von Krakau entdeckt worden.

Ministerpräsident Donald Tusk sagte zuvor, dass es sich bei den Opfern wahrscheinlich um die engste Familie des Todesschützen handle. Der polnische Innenminister, Marcin Kierwinski, teilte bereits am Samstag mit, der Täter sei angeschossen und festgenommen worden. Zudem sei der Pole von “rechtsextremen Ideologien fasziniert” gewesen. Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte für Sonntag und Montag eine landesweite Staatstrauer an.

Der 24-jährige Mann war am Samstag mit seinem Auto auf den belebten Marktplatz der südpolnischen Touristenmetropole Krakau gefahren und hatte wahllos auf Passanten geschossen. Dabei wurden nach offiziellen Angaben 6 Menschen getötet und 16 verletzt, mehrere von ihnen schwer oder lebensgefährlich. Unter den Verletzten befindet sich nach Angaben des polnischen Innenministeriums auch eine Person aus Österreich. Das teilte ein Sprecher am späten Samstagabend mit.

Brite getötet

Bei den Schüssen in Krakau wurde ein britischer Staatsbürger getötet, meldete die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf Polizeisprecher Maksymilian Kosowski. Demnach wurden auch Personen aus Deutschland, Großbritannien, Portugal und Russland verletzt. Zudem wurden mehrere Droschkenkutscher schwer verletzt. “Viele unserer Kolleginnen und Kollegen sind zu Schaden gekommen. Zwei kämpfen um ihr Leben, mehrere haben schwere Verletzungen erlitten”, teilte die Vorsitzende des Vereins Krakauer Kutscher, Dorota Litwicka, mit. Mehrere Kutschpferde hätten oberflächliche Verletzungen davongetragen, meldete die Nachrichtenagentur PAP nach diesen Angaben.

Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind neben dem Großen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Die Universitätsstadt zählt zum UNESCO-Welterbe.

Kommentare

Aktuell sind 1 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen