"Erst Untätigkeit und jetzt bleiben 60 Mio. Euro ungenutzt"

Leiter Reber sieht “Politikversagen bei Seniorenhilfe”

Sonntag, 08. November 2026 | 11:14 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Eine ehrliche Analyse, statt politischer Schönfärberei fordert der parteifreie Abgeordnete Andreas Leiter Reber bei der finanziellen Unterstützung für Senioren durch das Land. Das formuliert er in einer Aussendung.

Die Landesregierung habe nun angekündigt, im Jahr 2027 die Fördersätze erhöhen und die Zugangskriterien senken zu wollen. “20.000 Südtiroler Senioren sind armutsgefährdet. 2025 und heuer konnten von den jährlich für die Seniorenhilfe reservierten 41 Mio. Euro aber lediglich neun Mio. an nur knapp 3.000 Empfänger ausbezahlt werden, weil die Zugangshürden von Anfang an zu hoch gesetzt wurden. In zwei Jahren sind 60 Mio.Euro ungenutzt geblieben und nicht bei armutsgefährdeten Senioren angekommen”, rechnet Leiter Reber vor und bezeichnet dies als “Politikversagen auf Kosten der Senioren”.

“Italienische Niedrigrenten sind im teuren Südtirol bekanntlich noch weniger wert. Ziel der im Jahr 2025 gestarteten Maßnahme war es, dass das Land Südtirol endlich seine Senioren mit geringem Einkommen auch mit Landesgeldern unterstützt. Dass bei neuen Maßnahmen die Finanzmittel etwas vorsichtig berechnet werden, ist verständlich, aber wenn in zwei Jahren über 60 Mio. Euro und damit über zwei Drittel der Gelder übrigbleiben, dann hat man entweder handwerklich falsch und stümperhaft berechnet oder man hat bewusst Geld gehortet, um pünktlich vor den nächsten Landtagswahlen eine übervolle Gießkanne ausschütten zu können. Beides ist politisch verwerflich, aber leider ist dieser Landesregierung beides zuzutrauen”, urteilt Leiter Reber.

“Viele Niedrigrentner scheitern an der ISEE-Grenze, weil ihre Erstwohnung mitgerechnet wird, für die sie oft eine Leben lang gespart haben. Ich habe von Anfang an gefordert, die Wohnung nicht zu berechnen oder den Wert der ISEE-Schwelle entsprechend zu erhöhen, denn von den Wänden kann sich keiner Lebensmittel kaufen oder Heizkosten bezahlen”, so der Abgeordnete.

“Sollten trotz der angekündigten Überarbeitung der Zugangskriterien weiterhin tausende armutsgefährdete Senioren von der Unterstützung ausgeschlossen bleiben, dann fordere ich die Landesregierung auf, nicht länger Millionenbeträge zu horten, sondern nach dem Vorbild anderer Regionen eine Seniorenkarte einzuführen, mit denen unkompliziert Lebensmittel und Produkte zur Grundversorgung gekauft werden können”, schließt Leiter Reber.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen