Wieder russische Angriffe auf Kiew

Mehrere Tote bei russischen Angriffen auf Dnipro und Kiew

Donnerstag, 10. September 2026 | 21:56 Uhr

Von: importer

Bei russischen Angriffen auf eine Ölsaatenfabrik und eine Tankstelle in der Ukraine sind am Donnerstag nach Behördenangaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der südostukrainischen Stadt Dnipro starben demnach zwei Menschen bei dem Beschuss einer Anlage des US-Agrarkonzerns Bunge. In der Hauptstadt Kiew wurden bei einem Angriff auf eine Tankstelle des Betreibers Ukrnafta vier Menschen verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte.

Russland hat seine Luftangriffe auf die Ukraine in den vergangenen Wochen verstärkt und nimmt dabei zunehmend die Logistik und wirtschaftliche Ziele ins Visier. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Moskau eine gezielte Kampagne vor. Dies sei “kein Zufall, sondern Teil von Moskaus systematischer Terrorkampagne gegen amerikanische Unternehmen und Wirtschaftsinteressen”, schrieb er auf der Plattform X.

Der Chef von Ukrnafta, Bohdan Kukura, erklärte, diese Angriffe hätten kein militärisches Ziel. Dies sei “Terror und Einschüchterung der Zivilbevölkerung”. Bunge teilte mit, ein Teil der Anlage in Dnipro sei getroffen worden. Mitarbeiter seien nicht zu Schaden gekommen.

Weitere russische Attacken mit Toten und Verletzten

Außerdem gab es Behördenangaben zufolge weitere Angriffe, unter anderem in Pawlohrad, Sumy und in der Hafenstadt Mykolajiw mit weiteren Toten und Verletzten. In Pawlohrad starben vier Menschen, es gab mehr als 60 Verletzte.

Russland bestreitet, absichtlich zivile Ziele anzugreifen. Die Ukraine hat ihrerseits Einrichtungen wie Ölraffinerien tief im russischen Landesinneren angegriffen. Die nun getroffene Anlage in Dnipro gehört zu den fünf größten Ölsaaten-Verarbeitungsbetrieben der Ukraine. Das Land war vor dem Krieg der weltgrößte Exporteur von Sonnenblumenöl.

Selenskyj: Haben Ziele in Russland getroffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete unterdessen von ukrainischen Angriffen auf Russland. Er schrieb in sozialen Medien von Attacken auf acht Infrastrukturobjekte, die dem Krieg dienten. Getroffen worden sei eine Ölraffinerie im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen und ein Handelshafen in der russischen Teilrepublik Dagestan. Angegriffen wurden demnach auch Anlagen in den Regionen Moskau, Woronesch, Astrachan und Brjansk, schrieb Selenskyj, ohne Details zu nennen.

Im Gebiet Woronesch wurde nach Angaben von Gouverneur Alexander Gussew eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Stadt Borissoglebsk getötet. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Über der Region seien 19 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.

Selenskyj: Kanada sagt Ukraine wichtiges Luftabwehr-Paket zu

Kanada stellt der Ukraine indes nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein wichtiges Paket zur Luftabwehr sowie Unterstützung für die Energiewirtschaft in Aussicht. Dies sagte Selenskyj vor einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney. Einzelheiten dazu nannte er zunächst nicht.

In seiner eigenen Stellungnahme verspricht Carney der Ukraine weitere Hilfe zur Abwehr russischer Angriffe sowie Unterstützung bei den Bemühungen um einen Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union. Kanada hat das Land seit dem Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 mit insgesamt mehr als 25,5 Milliarden kanadischen Dollar (15,90 Mrd. Euro) unterstützt.

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