Von: importer
Bei den jüngsten Angriffen Russlands auf Kiew und Umgebung sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Zunächst waren vier Todesopfer gemeldet worden. Wie der Katastrophenschutz auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt, starben acht Menschen direkt in der ukrainischen Hauptstadt. Dort seien zudem fünf Personen verletzt worden – darunter drei Kinder.
In der Stadt Boryspil in der Region Kiew starb den Behörden zufolge ein Mensch. Neun weitere, darunter ein Kind, seien hier verletzt worden, teilt Gouverneur Tymur Tkatschenko ebenfalls auf Telegram mit. Raketen und Drohnen hätten dort ein Wohnhaus und ein Geschäftsgebäude beschädigt. Russlands Verteidigungsministerium erklärt, Militär- und Energieanlagen in Kiew und Odessa sowie in den umliegenden Regionen angegriffen zu haben.
Die ukrainische Luftwaffe hatte in der Nacht auf Dienstag bei Telegram mitgeteilt, dass sich “mehrere Ziele” auf die Hauptstadt zubewegten. Kurz darauf sahen AFP-Journalisten der Nachrichtenagentur AFP in Kiew mehrere Lichtblitze und hörten laute Explosionen. Die ukrainische Luftwaffe hatte davor gewarnt, dass die Gefahr durch “ballistische Waffen und andere Angriffsmittel gegen Kiew und die Region weiterhin besteht”. Die Einwohner wurden aufgefordert, in Schutzräumen zu bleiben.
Schulbeginn am Dienstag
In der Ukraine beginnt am Dienstag das neue Schuljahr. Zwar wollen die Behörden in Kiew angesichts zunehmender Drohnenangriffe aus Russland ihre Sicherheitsmaßnahmen bei Luftalarm anpassen. Die Militärverwaltung der Region ordnete jedoch an, dass in Gebieten mit hohem Risiko keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen.
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hatte am Montag Telegram erklärt, er habe Behördenvertreter in Kiew zusammengebracht, um über Änderungen der Sicherheitsmaßnahmen zu beraten. Dabei habe er etwa vorgeschlagen, die U-Bahn weiter über die Dnipro-Brücken fahren zu lassen. Bei Luftalarm stoppt die Metro derzeit ihren Verkehr über den Fluss.
Die russische Armee hat ihre Angriffe auf die Ukraine zuletzt stark ausgeweitet. Regelmäßig fliegen Schwärme von Kampfdrohnen auf die Hauptstadtregion zu. Durch die wiederkehrenden Alarme kommen der Verkehr und das Wirtschaftsleben teilweise zum Erliegen, weil Geschäfte geschlossen werden und die U-Bahn den Verkehr über die Dnipro-Brücken einstellt, was regelmäßig zu einem Verkehrschaos führt. Die Kiewer Stadtverwaltung kündigte zudem an, bei Schulkindern stärker auf Online-Unterricht setzen zu wollen.
Ukrainische Angriffe
Die Ukraine griff auch wieder Russland an: In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod wurde laut dem dortigen Gouverneur Alexander Schuwajew bei einem solchen Angriff ein Mensch getötet. Es habe sich um einen Zivilisten gehandelt.
Auch der wichtige russische Ostseehafen Ust-Luga wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Ziel eines Drohnenangriffs. “Im Hafengebiet von Ust-Luga sind infolge des Drohnenangriffs Schäden entstanden, und es brennt”, erklärte der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, am Dienstag auf Telegram. Die Bemühungen zur Abwehr des Angriffs dauerten demnach an.
Der Hafen von Ust-Luga am Finnischen Meerbusen in der Nähe der estnischen Grenze ist ein wichtiger Umschlagplatz für Dünger, Öl und Kohle aus Russland. Nach Angaben der russischen Behörden wurde er bereits mehrfach attackiert.
Die Ukraine hatte zuletzt ihre Gegenangriffe auf die russische Infrastruktur verstärkt, darunter Raffinerien, Öldepots und Häfen. Kiew sieht diese Anlagen als legitime Ziele, um die Einnahmen Russlands aus dem Ölgeschäft zur Finanzierung seiner Offensive in der Ukraine zu reduzieren.




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