Von: importer
Die Serie falscher Bombendrohungen gegen europäische Fluglinien hat sich am Freitag fortgesetzt. Betroffen waren nach Angaben von Flughäfen und Behörden mindestens neun Flüge von und nach Prag, zwei Flüge in die bulgarische Hauptstadt Sofia aus London und Brüssel sowie ein Flug von Lissabon nach Rom. Vier Flüge landeten wegen Bombendrohungen außerplanmäßig in Frankreich. Die Maschinen würden derzeit überprüft, teilte die französische Regierung mit.
“Es wurden Ermittlungen aufgenommen, um die Herkunft der Drohungen auszumachen, die ganz Europa betreffen”, erklärte das Amt des Premierministers. Drei der betroffenen Flugzeuge seien in Paris Orly gelandet, eines in Bordeaux, hieß es in informierten Kreisen. In keinem der betroffenen Flugzeuge wurde ein Sprengsatz gefunden.
Ermittler in Österreich hielten sich bedeckt
Im Fall der am Donnerstag an den Flughafen Wien in Schwechat gesendeten Droh-E-Mails waren am Freitag weiter Ermittlungen im Gange. Geführt wurden die Erhebungen von Spezialisten des Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) Niederösterreich, hieß es seitens der Landespolizeidirektion auf Anfrage. Ansonsten hielten sich die Behörden zu der Causa bedeckt – auch aufgrund der Gefahr möglicher Nachahmungstäter.
Bisher ist unklar, wer hinter den Drohungen steckt. Die Flughäfen in Rom und Sofia erhielten Bekennerschreiben, in denen von “Kämpfern des Männerstaats” die Rede ist, eine rechtsextreme Gruppierung aus Russland. Ein Zusammenhang ließ sich bisher jedoch nicht belegen.
In Europa hatte es zuletzt mehrere sogenannte hybride Angriffe gegeben, die teilweise Russland oder dem Iran zugeschrieben wurden. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas erklärte am Donnerstag, es sei “zu früh, um Rückschlüsse auf einen möglichen Zusammenhang” zwischen den Bombendrohungen zu ziehen. Die Ermittlungen in den betroffenen Ländern dauerten an.
In den vergangenen Tagen hatte es Dutzende von Bombendrohungen gegen Flugzeuge gegeben, die sich jedoch alle als unbegründet herausstellten. In mehreren Fällen wurden Flugzeuge umgeleitet oder von Militärmaschinen begleitet.
Massive Beeinträchtigungen auch am Donnerstag
Österreich blieb in der ersten Welle verschont, doch am Donnerstag war auch der Flughafen Wien-Schwechat betroffen. Einige Maschinen mussten ungeplant landen, andere wurden von Kampfflugzeugen eskortiert oder abgefangen. Dies stellt eine deutliche Eskalation gegenüber einer ersten Drohwelle am Dienstag dar. Es wurden keine Sprengsätze gefunden; alle Flugzeuge sind sicher gelandet.
Am Wiener Flughafen gingen per E-Mail Drohungen gegen vier Flüge ein. Ein Airbus A321 der Wizz Air, der von Mailand-Malpensa nach Warschau unterwegs war, musste nach einer weiteren Drohung in Wien zwischenlanden. Nach der Landung am Flughafen Wien wurden keine verdächtigen Gegenstände gefunden, die Maschine verließ den Airport noch in den Vormittagsstunden wieder. Bisher erwies sich keine Drohung als echt.
Laut der finnischen Fluggesellschaft Finnair gab es auch eine Bombendrohung gegen einen ihrer Flüge von Helsinki nach Wien. Der Flug wurde von der Linie Jettime durchgeführt und landete planmäßig in Wien. Generell sei der laufende Flugbetrieb nicht beeinträchtigt, hieß es vom Flughafen Wien auf Anfrage.
Am Donnerstag rund 20 Flüge betroffen
Bereits zum dritten Mal in dieser Woche haben falsche Bombendrohungen gegen Flugzeuge im europäischen Luftraum den Flugverkehr durcheinandergebracht. Am Dienstag waren bereits zehn Flugzeuge auf innereuropäischen Verbindungen von Bombendrohungen betroffen gewesen, die sich später als falsch herausstellten. Betroffen war unter anderem Ryanair, ein Warschauer Flughafen wurde kurzzeitig gesperrt. Am Montag war eine Maschine von Wizz Air wegen einer Drohung umgeleitet worden. In keinem Fall wurde bisher Sprengstoff gefunden.
Am Donnerstag waren dann rund 20 Flüge betroffen, mehrere Maschinen wurden umgeleitet oder von Militärflugzeugen eskortiert. Die Drohungen richteten sich nach Angaben von Behörden und Fluggesellschaften diesmal vor allem gegen Flüge von und nach Italien, Bulgarien und Tschechien, unter anderem von Fluggesellschaften wie Ryanair, Finnair, Wizz Air und Aer Lingus. Alle Flugzeuge konnten sicher landen, Sprengsätze wurden nicht gefunden.




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