Nach Beschwerde des Heimatbundes

Quästur Bozen: Deutschsprachige Besucher erhalten Übersetzer

Samstag, 01. August 2026 | 17:54 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – In einem Brief an den Quästor von Bozen hatte sich Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes (SHB), darüber beschwert, dass die Polizeibeamten am Eingang der Bozner Quästur kein Deutsch verstehen würden –  obwohl laut Gesetz auch die Staatspolizei dem Bürger in seiner Muttersprache Auskünfte erteilen muss.

In seiner Antwort im Auftrag des obersten Polizeibeamten in Südtirol bedauert Giorgio Porroni, Stellvertreter des Quästors, den Vorfall. Der Kabinettschef hat die an jenem Tag im Wachdienst diensthabenden Mitarbeiter einberufen.

Diese gaben an, dass sie zum Zeitpunkt des von Ihnen geschilderten Vorfalls zu Beginn versucht hätten, sich auf Deutsch zu unterhalten, wobei sie jedoch betonten, dass ihre Kenntnisse nicht ausreichten, um ein komplexes Gespräch zu führen. Aus diesem Grund hätten sie vorgeschlagen einen zweisprachigen Mitarbeiter in das Gespräch einzubeziehen.

Der Kabinettschef hat das Personal der Wachmannschaft darauf hingewiesen, falls es nicht in der Lage sein sollte, mit deutschsprachigen Besuchern zu kommunizieren, unverzüglich die Hilfe der zweisprachigen Kollegen anzufordern, die gerade in der Quästur im Dienst sind.

Auch Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher hat sich zum Vorfall geäußert. Er schreibt: „Sehr geehrter Herr Lang, vielen Dank für Ihre E-Mail vom 26. Juli 2026.Ich werde mich in dieser Angelegenheit an den Herrn Quästor wenden und ihn auf die Bedeutung der konsequenten Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz der sprachlichen Minderheiten sowie der einschlägigen Autonomiebestimmungen aufmerksam machen. Für Ihr Engagement zugunsten der Minderheitenrechte und Ihren wertvollen Beitrag zu einer bürgernahen und sprachlich gleichberechtigten Verwaltung in Südtirol danke ich Ihnen herzlich. Hinweise wie der Ihre leisten einen wichtigen Beitrag dazu, das Bewusstsein für die sprachlichen Rechte der Bürgerinnen und Bürger zu stärken und deren Wahrung zu fördern.“

„Viele schöne Worte, es liegt aber an jedem von uns, ob wir unser Recht auf Gebrauch unserer Muttersprache einfordern“, erklärt der SHB-Obmann abschließend.

Bezirk: Bozen

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