Pest-Forscherin starb an "Lungenentzündung unbekannter Herkunft"

Russland: “Keine Gesundheitsprobleme” nach möglichem Pesttod

Donnerstag, 08. Oktober 2026 | 18:24 Uhr

Von: importer

Nach Berichten über den mutmaßlichen Lungenpest-Tod einer Laborbeschäftigten in Sibirien haben die russischen Behörden nach eigenen Angaben “keine Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit einer Infektionskrankheit” festgestellt. Die medizinische Überprüfung aller Menschen, zu denen die Frau Kontakt gehabt habe, sei “abgeschlossen”, erklärte der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobsew, am Donnerstag im russischen Onlinedienst Max.

Die “gesamte Bandbreite vorbeugender Maßnahmen” in der Region sei abgeschlossen, erklärte Kobsew unter Berufung auf die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor weiter. Die “sanitär-epidemiologische Lage in Irkutsk und Schelechow ist stabil”, erklärte er mit Blick auf die Stadt, in der die Frau den Medienberichten zufolge gestorben war.

Die russischen Behörden bestätigten nicht, dass die Frau an der Pest gestorben sei. Gouverneur Kobsew erklärte, die später Verstorbene habe sich eine “Lungenentzündung” zugezogen.

200 Kontaktpersonen der Laborantin unter Quarantäne gestellt

Russischen Medien zufolge war in der vergangenen Woche eine 28 Jahre alte Laborbeschäftigte einer Forschungseinrichtung in Irkutsk an der Lungenpest gestorben. Sie soll sich durch ein zerbrochenes Reagenzglas infiziert haben. Der Nachrichtenwebsite “Menschen des Baikal” zufolge wurden rund 200 Kontaktpersonen der Laborantin unter Quarantäne gestellt.

Die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigten sich angesichts der Berichte besorgt. Sie forderten Russland zu Transparenz auf. Nach Berichten über einen möglichen zweiten Lungenpest-Fall in Russland hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus die Führung in Moskau am Mittwoch aufgefordert, “Licht in die Medienberichte” zu bringen. Der Kreml kritisierte seinerseits “Falschinformationen” der Medien.

Die Pest ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit, die in verschiedenen Formen auftritt. Am ansteckendsten ist die Lungenpest. Sie kann zu Lungenversagen und zum Tode führen, wenn sie nicht im Frühstadium bekämpft wird. Die EU, die Weltgesundheitsorganisation WHO und die USA haben Aufklärung über die Vorkommnisse verlangt.

Seit 1945 kein Pestfall in Österreich

Lungenpest ist eine schwere Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich die Infektion auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar, wenn die Therapie früh beginnt. Unbehandelt gebe es bei einer Infektion mit dem Bakterium Yersinia pestis eine Letalität von 50 bis 90 Prozent, bei einer Behandlung der Krankheit von 15 Prozent, heißt es in einer Information des Gesundheitsministeriums für medizinisches Fachpersonal. Laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gab es seit 1945 in Österreich keinen einzigen Pestfall.

Die Pest kommt laut Robert Koch-Institut (RKI) noch in Ländern Afrikas, Amerikas und Asiens vor. Eine der letzten großen Pestepidemien Westeuropas ereignete sich 1720 bis 1722 in Marseille. In anderen Teilen Europas kam es auch danach noch zu größeren und kleineren Ausbrüchen.

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