Ukrainische Angriffe stören russische Rosneft erhbelich

Russland muss Export von Kerosin für Monate stoppen

Montag, 01. Juni 2026 | 10:25 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Die russische Regierung hat ein Exportverbot für Kerosin bis zum 30. November 2026 verhängt. Ziel sei es, die Stabilität auf dem heimischen Kraftstoffmarkt zu gewährleisten, teilte das Regime von Machthaber Wladimir Putin am Montag mit. Die Ukraine hatte zuletzt mit gezielten und effektiven Drohnenangriffen auf russische Raffinerien und Öllager die Treibstoffproduktion unter Druck gebracht. In der Ukraine gab indes bei erneuten russischen Angriffen rund ein Dutzend Verletzte.

In der grenznahen Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine habe es auch Einschläge in zwei Wohnblocks gegeben, teilte Gouverneur Oleh Synjehubow mit. Dabei seien in Charkiw zwei Personen verletzt worden, eine weitere Frau habe es in der Kleinstadt Bohoduchiw getroffen, schrieb er auf Telegram.

Drei Verletzte gab es in der Nacht auch im südukrainischen Cherson. Das russische Militär beschoss die Stadt mit Artillerie. Nach Angaben der Stadtverwaltung schlug ein Geschoss gegen 1.30 Uhr Ortszeit (0.30 Uhr MESZ) in einem Wohnhaus ein. Vier weitere Personen wurden nach Behördenangaben in den Landkreisen der Region verletzt, allerdings blieb bei diesen Angaben offen, ob die Opfer in der Nacht oder im Verlaufe des Vortags getroffen wurden.

Vier weitere Verletzte gab es in der Region Dnipropetrowsk. Eine 54-Jährige schwebe in Lebensgefahr, teilte der Gouverneur Olexander Hanscha am Morgen mit. Zum Zeitpunkt der Angriffe machte er keine Angaben. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

Treibstoffproduktion immer mehr beeinträchtigt

Erst in der Nacht auf Sonntag hatte Kiew erneut Ölanlagen in mehreren Regionen in Russland mit Drohnen angegriffen. Unter Beschuss gerieten Berichten zufolge ein Öllager nahe der Stadt Taganrog am Asowschen Meer und eine Raffinerie in Saratow an der Wolga. Vor allem in Saratow dürfte die Attacke wohl schwere Folgen für die Produktion gehabt haben. Auf der von Russland 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim kündigte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow am Sonntag Beschränkungen für den Verkauf von Benzin an.

Russland exportiert Flugtreibstoff hauptsächlich per Bahn nach Zentralasien, insbesondere nach Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Öl- und Gasanlagen tief in Russland verstärkt, um wichtige Einnahmequellen für den Angriffskrieg der Führung in Moskau zu schwächen.

Die Ausfuhr von Benzin hat die russische Regierung bereits eingeschränkt. Zudem werden Einschränkungen für Diesel geprüft, wie die Nachrichtenagentur Interfax in der vergangenen Woche meldete. Einer Auswertung von Reuters-Daten vom Freitag zufolge sank die russische Dieselproduktion im Mai um rund zehn Prozent. Bereits im April war die Produktion um denselben Wert geschrumpft, da die russischen Raffinerien ihre Produktion wegen der ukrainischen Angriffe drosseln oder sogar einstellen mussten.

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