Freie Liste spricht von „Fehlstart“

Seiser Alm: Neue Zufahrtskontrolle, alte Probleme

Samstag, 03. Oktober 2026 | 07:55 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Seiser Alm/Kastelruth – Die neue Zufahrtsregelung zur Seiser Alm sorgt weiter für Kritik. Die Freie Liste Kastelruth spricht nach den ersten drei Monaten von einem „Fehlstart“ und bemängelt vor allem die bislang ausgebliebene technische Kontrolle sowie fehlende digitale Fahrgenehmigungen für Einheimische.

Seit 29. Juni gilt für die Zufahrt zur Seiser Alm ein neues System. Wer mit dem Auto auf die Alm fahren will, sollte grundsätzlich einen Parkplatz online buchen. Kameras an den Kontrollstellen in St. Valentin und Compatsch sollten die Kennzeichen erfassen, eine rote Ampel Fahrzeugen ohne entsprechende Berechtigung die Weiterfahrt verwehren.

Nach Angaben der Freien Liste sei das System im Sommer allerdings nicht wie angekündigt zum Einsatz gekommen. Weder hätten die Kameras Kennzeichen erfasst, noch seien Fahrzeuge durch Ampeln aufgehalten worden. Die geplante digitale Zufahrtskontrolle sollte eigentlich unerlaubte Fahrten reduzieren.

Fahrgenehmigungen weiter offen

Besonders kritisch sieht die Oppositionsgruppe die Situation bei den Fahrgenehmigungen für Menschen, die auf der Seiser Alm leben, arbeiten oder dort Besitz haben. Diese seien weiterhin nicht digital verfügbar. Bei der Gemeinderatssitzung im September habe der Gemeindeausschuss demnach keinen konkreten Zeitpunkt für die Umsetzung nennen können.

Die Freie Liste verweist zudem auf Beschwerden von Touristikern, Tourismusorganisationen und Einheimischen über Staus, parkende Fahrzeuge und Camper. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung sei eingeräumt worden, dass die Umsetzung des neuen Systems „große Schwierigkeiten“ bereitet habe und komplexer als erwartet gewesen sei.

Für die kommende Wintersaison soll das System nun ordnungsgemäß funktionieren. Die Freie Liste erinnert daran, bereits im Frühjahr vor einem Start mit einem noch nicht ausgereiften System gewarnt und eine Verschiebung um ein Jahr gefordert zu haben. Zudem fordert sie weiterhin Klarheit darüber, wie es mit der Zufahrtsregelung konkret weitergeht.

Bezirk: Salten/Schlern

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