Appell an Landesregierung und Bürgermeister

STF: 4. November ist kein Grund zum Feiern

Dienstag, 03. November 2026 | 15:56 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Der 4. November ist für die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit kein Feiertag, sondern ein historisch belastetes Datum. Anlässlich des italienischen „Tags der nationalen Einheit und der Streitkräfte“ fordert die Bewegung die Landesregierung und die Bürgermeister dazu auf, sich nicht an den offiziellen Feierlichkeiten zu beteiligen.

Der Gedenktag erinnert an das Ende des Ersten Weltkriegs. Während Italien den Tag als Symbol der nationalen Einheit begeht, stehe er für Südtirol hingegen für den Beginn der Fremdbestimmung und die Teilung Tirols. Das betont der Landtagsabgeordnete Sven Knoll. Er kritisiert, dass ein Angriffskrieg und die daraus resultierenden territorialen Gewinne gefeiert würden.

Knoll verweist zudem auf die historische Belastung des Datums durch den Faschismus. Besonders in Bozen sei der 4. November lange Zeit vor dem faschistischen Siegesdenkmal begangen worden. Dieses sei unter Mussolini errichtet worden, um den italienischen Herrschaftsanspruch in Südtirol zu demonstrieren.

Appell an Landesregierung und Bürgermeister

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert die Landesregierung auf, sich von den Feierlichkeiten fernzuhalten. Auch die Bürgermeister sollten nicht teilnehmen und auf das Tragen einer Trikoloreschleife verzichten.

Zudem warnt die Bewegung vor möglichen neofaschistischen Provokationen am Bozner Siegesdenkmal. Die Sicherheitsbehörden sollten entsprechende Aktivitäten genau beobachten und verbotene faschistische Propaganda unterbinden. Als Beispiel nennt Knoll ein im Jahr 2024 von der Gruppierung CasaPound angebrachtes Spruchband, das zur Ehrung des italienischen Sieges aufgerufen hatte.

Der 4. November sollte nach Ansicht der Süd-Tiroler Freiheit vielmehr als Mahnung verstanden werden, wohin Nationalismus, Krieg und die Missachtung des Selbstbestimmungsrechts führen können.

Bezirk: Bozen

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