"Scheinheilige 'Soziale Mitte'"

STF kritisiert SVP wegen Zusammenarbeit mit Fratelli d’Italia

Dienstag, 08. September 2026 | 11:24 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit wirft der SVP Doppelmoral im Umgang mit rechten Parteien vor. Anlass ist die Kritik der innerparteilichen Gruppierung „Soziale Mitte“ am Austausch der Süd-Tiroler Freiheit mit Vertretern der AfD. Die SVP warne vor einem Rechtsruck, regiere aber selbst gemeinsam mit den Fratelli d’Italia, kritisiert die Bewegung.

Die „Soziale Mitte“ hatte der Süd-Tiroler Freiheit vorgeworfen, durch den Austausch mit AfD-Vertretern rechtsextreme Positionen salonfähig zu machen. Die Süd-Tiroler Freiheit hält dem entgegen, dass die SVP selbst die Fratelli d’Italia in die Landesregierung geholt habe. Die Partei von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni habe postfaschistische Wurzeln, argumentiert die Bewegung.

Konkret verweist die Bewegung auf Landeshauptmann-Stellvertreter Marco Galateo von den Fratelli d’Italia. Dieser sei in der Vergangenheit wegen seiner Teilnahme an Veranstaltungen mit neofaschistischem Hintergrund und eines Fotos vor einem faschistischen Symbol in die Kritik geraten. Auch die Rolle von Alessandro Urzì, ebenfalls Fratelli d’Italia, wird angeführt. Urzì steht der Sechserkommission vor, die sich mit der Weiterentwicklung der Südtirol-Autonomie befasst.

Die Süd-Tiroler Freiheit sieht deshalb keinen Widerspruch in ihrem eigenen Austausch mit verschiedenen europäischen Parteien. Politischer Dialog sei nicht das Problem, heißt es in der Aussendung. Problematisch sei vielmehr, dass die SVP selbst mit Fratelli d’Italia und Forza Italia regiere.

Die „Soziale Mitte“ der SVP hatte sich vor knapp zwei Jahren aus der früheren Arbeitnehmerbewegung heraus entwickelt und dabei ihren Namen geändert. Die Süd-Tiroler Freiheit nimmt dies nun zum Anlass für eine neuerliche Spitze und spricht von einer „scheinheiligen Mitte“.

Bezirk: Bozen

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