Nach Demo in Bozen fordern Parteien mehr Mitbestimmung

“Junge Menschen brauchen Perspektiven”

Freitag, 30. Oktober 2026 | 15:07 Uhr
Update

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Die Schülerdemonstration in Bozen hat eine politische Debatte über die Zukunftsperspektiven junger Menschen in Südtirol ausgelöst. Während das Team K die Forderungen der Jugendlichen nach besseren Bildungsbedingungen, leistbarem Wohnraum und mehr Mitbestimmung unterstützt und zugleich die Landespolitik für fehlende Reformen kritisiert, sieht auch die Soziale Mitte in der SVP einen klaren Auftrag: Die Anliegen der jungen Generation müssten stärker in politische Entscheidungen einfließen und bei Bildung, Arbeit und Lebensbedingungen konkrete Verbesserungen folgen.

Team K: “Südtirol muss jungen Menschen Perspektiven geben”

Wer junge Menschen ernst nimmt, muss ihnen Mitbestimmung, leistbaren Wohnraum und echte Zukunftschancen bieten. Das schreibt das Team K in einer Aussendung einleitend.

Die Schülerproteste seien mehr als eine Momentaufnahme. “Die Forderungen sind mehr als  berechtigt, und die durch nichts zu rechtfertigenden Ausschreitungen radikaler Splittergruppen in manchen Städten sollten davon nicht ablenken: besserer Zugang zum Studium, bezahlbare Mieten, auch in den WGs und dringend nötige Investitionen in die veraltete Bildungs-Infrastrukturen, statt Milliarden für Rüstung auszugeben, das sind berechtigte Forderungen. Die Politik täte gut daran, diese Forderungen nicht nur zu hören, sondern endlich auch umzusetzen”, so das Team K.

„Die Diskussionen, die in Südtirol einmal mehr durch den sogenannten Bildungsdialog befeuert wurden, dürfen sich nicht auf Stundenpläne und Organisationsfragen beschränken. Es geht auch um die Qualität des Unterrichts, zeitgemäße Bildungsinhalte und Lernmethoden, politische Bildung, demokratische Mitbestimmung, Schulentwicklung, sowie soziale und emotionale Kompetenzen. Schule muss junge Menschen auf das Leben vorbereiten, nicht nur auf Prüfungen. Sie muss aber auch wieder ins Agieren und nicht nur ins Reagieren kommen, vor allem bei Themen wie Inklusion und Integration“, betont Alex Ploner.

Das Team K habe in den vergangenen Jahren immer wieder konkrete Vorschläge eingebracht, um die Situation junger Menschen zu verbessern: von der Verbesserung des Sprachunterrichts, der Einführung der anerkannten Europäischen Schule und eines Ganztagsmodells, über die Institutionalisierung eines Jugendlandtags bis hin zu neuen Wohnmodellen wie Co-Housing für Studierende und junge Berufstätige. “Viele dieser Vorschläge wurden von der politischen Mehrheit abgelehnt oder nur zögerlich umgesetzt.”

“Für das Team K endet die Verantwortung der Politik jedoch nicht am Schultor. Wer nach Ausbildung oder Studium in Südtirol bleiben soll, braucht bezahlbaren Wohnraum, faire Löhne und attraktive Berufsperspektiven”, heißt es weiter.

“Wir verlieren viele junge Menschen, weil die Rahmenbedingungen in Südtirol nicht mehr stimmen. In erster Linie, weil es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt. Das macht Südtirol als Arbeitgeberland unattraktiv, für Studenten wie Facharbeiter,  für junge Menschen vor Ort wie für Südtiroler im Ausland, die gerne zurückkehren würden. Hier duckt die SVP schon viel zu lange vor der großen Immobilienbesitzern, statt endlich ein massives öffentliches Wohnbauprogramm zu starten. Der Preis, den wir dafür zahlen werden, wird leider enorm sein, denn eine Gesellschaft, die ihre Jugend verliert, verliert ihre Zukunft”, erklärt Paul Köllensperger.

Das Team K fordert daher mehr Mut zu Reformen und eine Politik, die junge Menschen nicht nur verwaltet, sondern sie aktiv in Entscheidungen einbindet, heißt es weiter. Denn eines sei klar: “Südtirol wird junge Menschen nicht mit Sonntagsreden halten können, sondern nur mit konkreten Perspektiven.”

Soziale Mitte in der SVP: “Die Anliegen junger Menschen müssen zentrale Schwerpunkte der Landespolitik bleiben”

Die für heute Vormittag angemeldete und friedlich abgehaltene Demonstration der Jugendlichen in Bozen ist ein wichtiges gesellschaftliches Signal. Junge Menschen artikulieren klar, was sie beschäftigt und was sie von der Politik erwarten: gute Bildung, faire Chancen, leistbare Lebensbedingungen, faire Arbeitsbedingungen und Perspektiven für ihre Zukunft. Das schreibt die Soziale Mitte in der SVP.

„Es ist wichtig, dass junge Menschen ihre Anliegen öffentlich sichtbar machen. Wir sollten diesen Protest nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern als Anstoß verstehen, unsere politischen Schwerpunkte und Maßnahmen immer wieder an der Lebensrealität der jungen Generation zu messen“, erklärt Gabi Morandell, Vorsitzende der Sozialen Mitte der SVP.

Die Soziale Mitte der SVP sieht darin auch einen konkreten Auftrag für die eigene politische Arbeit. Es geht darum diese Anliegen in der politischen Diskussion und bei politischen Entscheidungen immer wieder vorzubringen und sich dafür einzusetzen, denn es benötigt eine kontinuierliche Verbesserung.

„Wir müssen daran arbeiten, dass junge Menschen faire Startbedingungen in die Arbeitswelt haben und die Sicherheit bekommen, dass sie sich hier in unserem Land eine eigenständige Zukunft aufbauen können. Dabei darf es nicht davon abhängen, aus welcher Familie sie kommen oder welche finanziellen Möglichkeiten ihre Eltern haben“, unterstreicht Morandell.

„Junge Menschen sind nicht nur die Zukunft unseres Landes. Sie sind Teil unserer Gesellschaft von heute. Ihre Stimme muss deshalb auch heute in unseren Entscheidungen großes Gewicht haben“, so Morandell abschließend.

Bezirk: Bozen

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