Leiter Reber: "Wir sind als Gesellschaft gefragt"

Suizid: Siebenmal mehr Männer betroffen

Montag, 19. Oktober 2026 | 17:39 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Auch in Südtirol ist Suizid vor allem männlich. Im Jahr 2025 haben sich bei uns 40 Menschen das Leben genommen, davon 35 Männer und fünf Frauen. Damit waren Männer siebenmal stärker betroffen. Das geht aus der Antwort von Gesundheitslandesrat Hubert Messner auf eine Landtagsanfrage des Freien Abgeordneten Andreas Leiter Reber hervor. Zum Vergleich: Im deutschsprachigen Raum begehen zwar auch drei- bis viermal öfters Männer Suizid, doch das Verhältnis liegt deutlich unter dem Südtiroler Wert.

„Diese Zahlen machen betroffen und gehen uns als Gesellschaft alle an. Männer neigen dazu, berufliche und private Belastungen zu überspielen und gerade emotionale Probleme mit sich selbst auszumachen. Dabei wäre es oft wichtig, sich der Partnerin, einem Freund oder sonst einer Vertrauensperson anzuvertrauen“, betont Leiter Reber.

Die Landesregierung verweist in ihrer Antwort auf bestehende Präventionsmaßnahmen, darunter das Netzwerk für psychische Gesundheit PsyNet und das psychologische Krisentelefon. Leiter Reber begrüßt diese Angebote, die auch dazu geführt hätten, dass die Suizidrate seit 1990 bis heute deutlich gesunken sei.

Für den parteifreien Abgeordneten dürfe nicht allein die öffentliche Gesundheitsversorgung für die Suizidprävention verantwortlich gemacht werden, es sei vielmehr eine gesellschaftliche Aufgabe, die in den Familien und im persönlichen Umfeld von uns warte.

„Jeden Selbstmord zu verhindern – das wäre wohl utopisch. Wir können als Gesellschaft aber gemeinsam dafür sorgen, dass mehr Menschen – mehr Freunde, Bekannte Nachbarn, mehr Arbeits- und Vereinskollegen – andere und bessere Auswege aus ihren Krisen finden. Das würde uns in Südtirol unabhängig vom Thema guttun“, so Leiter Reber abschließend.

Bezirk: Bozen

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