Von: importer
Ukrainische Streitkräfte haben nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes SBU den russischen Schwarzmeer-Marinestützpunkt Noworossijsk mit Drohnen und Raketen angegriffen und dabei drei Kriegsschiffe sowie weitere Anlagen getroffen. Bei zwei der Schiffe handle es sich um die mit Kalibr-Raketen ausgestatteten Fregatten “Admiral Essen” und “Admiral Makarow”, teilt der SBU auf dem Messengerdienst Telegram mit. Das dritte sei ein Patrouillenboot.
Der Schlag gegen den Stützpunkt sei von strategischer Bedeutung, heißt es in der Mitteilung weiter. Der SBU schränke systematisch die Fähigkeit Russlands ein, das Schwarze Meer zu kontrollieren und seine Seestreitkräfte für den Krieg gegen die Ukraine einzusetzen. Bereits in der Nacht davor hatte die Ukraine die Hafenstadt Noworossijsk mit Drohnen angegriffen. Dabei wurden laut Behördenangaben drei Menschen getötet, darunter ein Kind, und 24 Menschen verletzt. Vier Unternehmen und mehr als zwei Dutzend Wohngebäude seien beschädigt worden.
Russland traf Treibstofflager in Odessa
Russland griff nach eigenen Angaben den Hafen von Odessa im Süden der Ukraine an. Dort sei ein Treibstofflager getroffen worden, das der Versorgung der ukrainischen Armee gedient habe, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte ukrainische Angriffe auf Noworossijsk mit Drohnen, Marschflugkörpern und Seedrohnen. “Bestätigt sind Einschläge in Stellungen der Flugabwehr, Anlegestellen und Infrastruktur des Seehafens”, schrieb der Staatschef bei Telegram. Der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte sei dabei mehr als 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Der Betrieb des Getreideterminals in Noworossijsk ist Insidern zufolge aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe in der Nacht eingestellt worden. Die Demetra Holding, die Eigentümerin des Terminals am Schwarzen Meer ist, bestätigt, dass das Terminal bei dem Angriff beschädigt wurde. “Der Terminalbetrieb wurde eingestellt, und die Schadensbewertung ist im Gange”, sagt der Insider, der anonym bleiben wollte. Ein Sprecher der Demetra Holding erklärt lediglich, dass das Terminal einen nicht näher spezifizierten Schaden erlitten habe, und lehnt weitere Kommentare ab.
Das russische Landwirtschaftsministerium teilte nach den Treffern in den Getreideterminals von Noworossijsk mit, dass es angesichts “aktueller logistischer Einschränkungen” Exportströme auf alternative Routen umzuleiten versuche. Dazu zählen demnach russische Häfen an der Ostsee, am Kaspischen Meer und im Fernen Osten sowie Überlandrouten.
US-Regierung alarmiert wegen Auswirkungen auf Ölmärkte
Die Ukraine stellte einem Medienbericht zufolge auf Bitten der USA ihre Angriffe auf Öltanker ein, die den Schwarzmeerhafen Noworossijsk nutzen. Ende Juli habe US-Vizepräsident JD Vance die Regierung in Kiew darum gebeten, berichtete die “Financial Times” unter Berufung auf Regierungskreise in Kiew. Die US-Regierung sei alarmiert gewesen, dass die Ukraine durch den Beschuss die Ölmärkte weiter destabilisiere und US-Firmen schädige.
Die Angriffe hatten Tankern gegolten, die über ein Terminal des Caspian Pipeline Consortiums (CPC) im Hafen Noworossijsk Rohöl aus Kasachstan an Bord nehmen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht bestätigen.
Auch der Betrieb des Hafens von Odessa ließ wegen der verstärkten russischen Angriffe deutlich nach. Im Juli hätten 159 Schiffe den Schwarzmeerhafen angelaufen, verglichen mit 400 im Vorjahresmonat, teilte der stellvertretende ukrainische Infrastrukturminister Andrij Kaschuba am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit. Er berief sich auf Daten der ukrainischen Hafenbehörde. “Einige Schiffseigner und Verlader warten darauf, dass sich die Sicherheitslage verbessert”, ergänzte Kaschuba.
Selenskyj verkündete am Mittwochabend, dass ukrainische Truppen seit Jahresbeginn 745 Quadratkilometer russisch besetztes Gebiet befreit hätten. 26 Ortschaften in den Regionen Dnipropetrowsk, Donezk und Saporischschja seien dabei wieder unter die Kontrolle Kiews gebracht worden, teilte Selenskyj auf X mit. Die Offensive sei genau nach Plan verlaufen. Der ukrainischen Beobachtergruppe DeepState zufolge befindet sich ein Großteil des Areal in einem Niemandsland, das von keiner Seite kontrolliert wird.
Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 502 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Betroffen gewesen seien mehrere russische Regionen. Wie viele der gegnerischen Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel getroffen haben, teilte Russland nicht mit.




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