Ukrainischer Drohnenangriff traf Lagerhaus in Nähe von St. Petersburg

Ukrainische Gegenangriffe treffen erneut Versandhändler

Freitag, 24. Juli 2026 | 10:23 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters/AFP

Die Ukraine hat Russland in der Nacht auf Donnerstag mit Hunderten Drohnen angegriffen und dabei wieder den größten russischen Online-Versandhändler ins Visier genommen. Der Gouverneur des Gebiets um die Millionenmetropole St. Petersburg, Alexander Drosdenko, schrieb bei Telegram von 59 abgewehrten Drohnen. Infolge der Angriffe sei ein Brand auf dem Gelände des Online-Versandhändlers Wildberries im Dorf Nowossaratowka ausgebrochen. Drei Menschen wurden demnach verletzt.

Auch ein Lager einer Geflügelfabrik in der Siedlung Sinjawino sei schwer beschädigt worden, berichtete der Gouverneur. Im Raum St. Petersburg waren große Rauchsäulen zu sehen.

Wildberries-Gründerin Tatjana Kim teilte bei Telegram mit, dass in St. Petersburg, dem Umland und auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim drei Logistikzentren des Unternehmens angegriffen worden seien. Sie schrieb, dass es keine Verletzten gebe und ein Teil der Flächen und Waren gesichert werden konnte. Die Ukraine hatte bereits in den vergangenen Tagen mehrfach Lager des größten russischen Online-Versandhändlers getroffen. Der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow schrieb bei Telegram von zwei Toten auf der Krim infolge ukrainischer Angriffe in den letzten Tagen. Fünf Menschen seien verletzt worden.

Der nahe gelegene Flughafen Pulkowo setzte zwischenzeitlich den Betrieb aus und nahm ihn gegen 06.00 Uhr (Ortszeit, 05.00 Uhr MESZ) wieder auf. Rund 50 Abflüge waren betroffen. Insgesamt wehrte Russland nach eigenen Angaben in der Nacht 571 Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ab.

Russische Logistik- und Infrastruktur-Einrichtungen im Visier der Ukraine

St. Petersburg liegt mehr als 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Es war der dritte ukrainische Angriff auf einen Wildberries-Standort innerhalb der vergangenen Tage. Die ukrainische Armee hatte zuletzt in Russland verstärkt Logistik- und Infrastruktur-Einrichtungen ins Visier genommen. Damit will sie nach eigenen Angaben den Nachschub für die russischen Truppen bei ihrer Offensive in der Ukraine stören.

Russland griff in Ukraine Frachter mit Militärgütern an

Die russischen Streitkräfte haben unterdessen nach Angaben der Regierung in Moskau einen Massengutfrachter im ukrainischen Hafen Mykolajiw angegriffen. Das Schiff sei gerade beladen worden und transportiere militärische Güter, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Gemeldet wurde auch ein russischer Angriff auf eine Energieanlage in der nordukrainischen Stadt Tschernihiw, nach dem dort und im umliegenden Bezirk rund 150.000 Verbraucher ohne Strom sind. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung seien im Gange, teilt der regionale Energieversorger Tschernihiwoblenergo mit. Die russischen Streitkräfte greifen immer wieder die Energieversorgung und andere Infrastruktureinrichtungen in der Ukraine an.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Seit Monaten hat sie ihre Gegenangriffe auf russisches Gebiet vor allem mit Drohnen stark ausgeweitet.

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