Finanzielle Fragen könnten in Armenien bald im Zentrum stehen

UNO-Artenschutzkonferenz zieht Zwischenbilanz bei Zusagen

Montag, 19. Oktober 2026 | 12:11 Uhr

Von: importer

Differenzen überwinden, einen Konsens erzielen und sicherstellen, dass die COP17 zu Ergebnissen führt. Das sind die Pläne des COP-Präsidenten und armenischen Umweltministers Hambard Matevosyan für die 17. UNO-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD). Die UNO-Artenschutzkonferenz in der armenischen Hauptstadt Eriwan hat am heutigen Montag begonnen und dauert bis 30. Oktober 2026.

Dabei wollen die bis zu 15.000 Teilnehmer zunächst eine Bilanz ihrer bisherigen Bemühungen ziehen. Der Erfolg der Konferenz werde sich daran zeigen, ob es zu “konkreten Maßnahmen mit messbaren Fortschritten” komme, erklärte Matevosyan bei der Eröffnung. Vor vier Jahren hatten sich die Länder im sogenannten Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal in Kanada auf 23 Maßnahmen verpflichtet, ähnlich dem Vorgehen beim Pariser Klimaabkommen. Damals wurde unter anderem vereinbart, bis 2030 umweltschädliche Subventionen etwa für fossile Energieträger wie Erdöl weltweit um mindestens 500 Milliarden Dollar (445 Milliarden Euro) zu verringern. In Eriwan soll nun eine Bilanz zu den Bemühungen der Länder gezogen werden.

Zu den Zielen gehören der Schutz von Land- und Meeresgebieten, der Abbau von Subventionen für naturzerstörende Aktivitäten, der Schutz indigener Gruppen sowie finanzielle Zielsetzungen. “Wir müssen ehrlich eingestehen, dass wir kollektiv noch nicht auf dem richtigen Weg sind”, erklärte der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan zu den Zielsetzungen.

Mehr Tempo und mehr politischer Wille notwendig

UNO-Generalsekretär António Guterres warnte, Subventionen für fossile Energieträger kämen angesichts deren klimaschädlicher Wirkung “der Subventionierung unseres Suizids” gleich. Die internationale Gemeinschaft hinkt laut einem von Guterres vorgestellten Bericht derzeit in fast allen Punkten der Kunming-Montreal-Vereinbarung hinterher. “Wir brauchen mehr Tempo und mehr politischen Willen.”

Eine zentrale Rolle in Eriwan dürften die finanziellen Zusagen der Industrieländer für weniger entwickelte Staaten spielen. Dabei dürfte vor allem die EU versuchen, China und andere große Schwellenländer verstärkt an der Finanzierung zu beteiligen. “Milliarden Menschen, deren Leben durch die Folgen des Verlustes an Biodiversität aus den Fugen geraten ist, zählen auf die Fortschritte, die hier in den kommenden zwei Wochen erzielt werden”, sagte die UNO-Biodiversitätsverantwortliche und CBD-Exekutivsekretärin, Astrid Schomaker.

Knappe öffentliche Mittel

Da öffentliche Mittel knapp sind, setzen viele Akteure auf eine stärkere Beteiligung des Privatsektors. Eine wichtige Rolle soll dabei der Cali-Fonds spielen. Dieser wurde 2025 eingerichtet, um Unternehmen, die für ihre Produkte auf digitale Datenbanken biologischer Proben angewiesen sind, an den Kosten des Naturschutzes zu beteiligen. Dazu zählen insbesondere Unternehmen aus der Pharma-, Kosmetik- und Agrarindustrie.

Ungeklärt ist ebenso, wie diese Mittel zwischen Staaten und indigenen Gemeinschaften aufgeteilt werden sollen und ob Unternehmen auf Grundlage ihrer Gesamtumsätze Beiträge leisten sollen, auch wenn nur ein Teil ihrer Geschäftstätigkeit auf diesen genetischen Ressourcen beruht. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Reform von jährlich rund 500 Milliarden US-Dollar an Subventionen für Aktivitäten, die der Natur schaden. Die Regierungen sollen aufgefordert werden, innerhalb von zwei Jahren die schädlichsten dieser Subventionen zu identifizieren und umzulenken.

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