Präsident Lula will an der Macht bleiben

Wahllokale in Brasilien für Stichwahl geöffnet

Sonntag, 25. Oktober 2026 | 13:25 Uhr

Von: importer

In Brasilien hat die richtungsweisende Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Die Wahllokale in dem südamerikanischen Land öffneten am Sonntag ihre Tore für rund 159 Millionen Wahlberechtigte, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Es zeichnet sich ein äußerst knappes Rennen zwischen dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und seinem rechtsgerichteten Herausforderer Flávio Bolsonaro ab.

Während Lula für die Fortsetzung seiner Sozialpolitik wirbt, verspricht sein Herausforderer einen härteren Kurs gegen Kriminalität und einen politischen Neuanfang. Lula, der seit 2023 wieder Präsident ist, bewirbt sich um eine vierte Amtszeit. Der 80-Jährige war bereits von 2003 bis 2010 Staatschef. Flávio Bolsonaro sitzt seit 2019 im Senat und tritt erstmals für das Präsidentenamt an. Sein Vater wurde vom Obersten Gericht wegen eines Umsturzversuchs zu mehr als 27 Jahren verurteilt und sitzt derzeit aus gesundheitlichen Gründen im Hausarrest.

Enges Rennen zeichnet sich ab

In der ersten Wahlrunde lag der 45-jährige Flávio Bolsonaro mit mehr als zwei Millionen Stimmen vor dem Amtsinhaber. Zudem kann der Senator auf die Unterstützung mehrerer ausgeschiedener Kandidaten zählen. Auch im Kongress gewann die Rechte bei der ersten Wahlrunde deutlich an Stärke. Mehrere politische Beobachter sehen den rechten Politiker deswegen im Vorteil.

Der seit 2023 erneut regierende Lula, der kommende Woche 81 Jahre alt wird, steht für umfangreiche Sozialprogramme, Klimaschutz und Multilateralismus. Nach Lulas Niederlage in der ersten Wahlrunde richtete sein Wahlkampfteam seine Kampagne neu aus und setzte verstärkt auf Präsenz in den Online-Netzwerken.

Flávio Bolsonaro will hart gegen die Kriminalität im Land vorgehen und eine halbe Million zusätzliche Haftplätze in Brasiliens Gefängnissen schaffen. Außerdem hat er angekündigt, die Staatsausgaben zurückzufahren. Im Falle seiner Wahl will der Politikerspross außerdem seinen Vater und die anderen Teilnehmer des Putschversuchs gegen Lula begnadigen. Erste vorläufige Ergebnisse werden in der Nacht auf Montag (MESZ) erwartet.

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