Appell zum Welttierschutztag

Wildtiere schützen, Tierhaltung verbessern

Sonntag, 04. Oktober 2026 | 08:36 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Zum Welttierschutztag am 4. Oktober rücken der Alpenverein Südtirol und SVP-Senatorin Julia Unterberger den Schutz von Tieren in den Mittelpunkt. Während der AVS vor allem auf den Umgang mit Wildtieren im alpinen Raum aufmerksam macht, fordert Unterberger einen umfassenderen Tierschutz auf politischer Ebene.

Der Alpenverein Südtirol weist insbesondere auf die derzeit laufende Hirschbrunft hin. Hirsche verlieren während dieser Zeit laut AVS bis zu 30 Prozent ihres Körpergewichts und benötigen ihre Energiereserven für den bevorstehenden Winter. Störungen durch Wanderer, Mountainbiker oder freilaufende Hunde könnten zusätzliche Kräfte kosten. Besonders sensibel seien die frühen Morgen- und Abendstunden, in denen viele Wildtiere aktiv sind.

Der AVS appelliert deshalb an Bergsportler, auf markierten Wegen zu bleiben, Wildruhezonen zu respektieren und Hunde unter Kontrolle zu halten. Auch beim Beobachten von Tieren sei ausreichend Abstand wichtig. „Wer Wildtiere schützt, schützt damit auch den alpinen Raum als Lebens-, Natur- und Erholungsraum“, betont Klaus Bliem, Leiter des AVS-Referats Natur und Umwelt. Angesichts der zunehmenden Freizeitnutzung, des Klimawandels und des Drucks auf Lebensräume sei Rücksichtnahme besonders wichtig.

Unterberger richtet den Blick hingegen auf den gesetzlichen Tierschutz. Zwar seien in den vergangenen Jahren die Strafen verschärft und neue Straftatbestände eingeführt worden. Diese Regelungen würden jedoch vor allem Haustiere betreffen, während etwa Tiere in der Intensivtierhaltung weiterhin weitgehend ausgenommen seien. Unterberger verweist zudem auf den jüngsten „Zoomafia“-Bericht der LAV, wonach in Italien 2025 durchschnittlich mehr als 21 Strafverfahren pro Tag wegen Straftaten gegen Tiere eingeleitet wurden.

Kritisch sieht die Senatorin zugleich geplante Änderungen im Jagdrecht und den Gesetzentwurf „ColtivaItalia“. Sie fordert unter anderem, Tierhaltungen mit niedrigen Tierschutzstandards von staatlichen Förderungen auszuschließen, den Übergang zu käfigfreien Haltungssystemen zu unterstützen und ein Kennzeichnungssystem zu schaffen, das über die jeweiligen Haltungsformen informiert. Tierschutz und der Schutz der Biodiversität müssten aus ihrer Sicht das ganze Jahr über bei politischen Entscheidungen berücksichtigt werden.

Bezirk: Bozen

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