Grüne: Südtirol soll vom Trentiner Modell lernen

“Wohnen statt Leerstand”

Freitag, 09. Oktober 2026 | 12:14 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – In der Oktobersitzung des Südtiroler Landtags wird die Grüne Fraktion den Beschlussantrag „Wohnen in Südtirol“ einbringen. Der Vorschlag soll die Wohnungsnot bekämpfen und dabei beim bereits bestehenden Wohnungsbestand ansetzen.

In Südtirol verschlingt das Wohnen durchschnittlich 41,6 Prozent des Haushaltseinkommens. Der Mietmarkt ist in Südtirol stark eingeschränkt: Rund 70 Prozent der Bevölkerung leben im Eigentum, während nur etwa zehn Prozent der Wohnungen vermietet werden. Durch die touristische Nutzung wird das Angebot zusätzlich verknappt. Gleichzeitig stehen rund zehn Prozent des Wohnungsbestands leer.

„Bei der akuten Wohnungsnot können wir es uns nicht leisten, Tausende Wohnungen leer stehen zu lassen. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer vermieten aus Angst vor Mietausfällen oder wegen des Aufwands nicht. Es braucht jemanden, der Vertrauen zwischen Eigentümern und Mietern schafft“, erklären die Grünen Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.

Hier setzt der Vorschlag der Grünen an. Sie orientieren sich am Trentino, wo aus dem Projekt „LocAzione – Un patto per la casa“ die Stiftung „Fondazione Trentino Abitare“ hervorgegangen ist. Das Modell bietet Eigentümern Versicherungsschutz, Beratung und Begleitung während der gesamten Vertragslaufzeit. Mietinteressierte erhalten Unterstützung bei der Wohnungssuche und Wohnbegleitung. Die Eigentümerinnen und Eigentümer profitieren von einer garantierten Miete, während die Mieterinnen und Mieter eine Wohnung zu einem erschwinglichen Preis erhalten.

Ziel des Beschlussantrags ist es, auch in Südtirol einen vergleichbaren Träger zu schaffen, beispielsweise in Form einer Stiftung oder einer öffentlich-privaten Einrichtung. Diese soll Eigentümer und Menschen auf Wohnungssuche zusammenbringen und dazu beitragen, Leerstand wieder auf den Mietmarkt zu bringen.

„Um das Recht auf Wohnen zu gewährleisten, braucht es ein starkes Eingreifen der öffentlichen Hand. Andernfalls wird der Immobilienmarkt weiterhin von Spekulation bestimmt werden“, erklärt Oberkofler abschließend.

Bezirk: Bozen

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