Großer Kampfgeist blieb unbelohnt: Potapova angeschlagen out

Angeschlagene Potapova verpasst erstes Major-Viertelfinale

Montag, 07. September 2026 | 19:59 Uhr

Von: importer

Anastasia Potapova hat am Montag das erste Grand-Slam-Viertelfinale einer Österreicherin seit 14 Jahren bzw. ihr erstes verpasst. Der zweite Sieg en suite über eine Top-Ten-Spielerin war der 25-Jährigen nicht vergönnt. Potapova verletzte sich zudem im Finish der Wiederholung des diesjährigen Linz-Finales gegen French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa (RUS-5) am linken Knie und verlor 7:5,4:6,3:6. Die Russin gewann im fünften Duell zum vierten Mal.

Die Verletzung kam im letzten Game nach einer Überstreckung des linken Knies. Potapova quälte sich danach noch auf den Platz, allerdings ist eine gröbere Verletzung aktuell nicht auszuschließen. Andrejewa war voll des Mitgefühls für ihre Gegnerin. “Nastja ist meine gute Freundin. Nachdem wir so einen Kampf hatten und sie dann im letzten Game so hinfallen zu sehen: Das ist nicht leicht. Wenn ich da daran zurückdenke, bekomme ich Gänsehaut. Das ist natürlich nicht die Art und Weise, wie man ein Match beenden will”, sagte die Russin noch auf dem Platz.

“Ich habe ihr gerade gesagt, dass sie ganz toll gespielt hat und eine ihrer besten Saisonen hatte. Ich bin sicher, dass sie sogar stärker zurückkommen wird, weil sie sogar eine bessere Kämpferin ist als ich”, lobte die Roland-Garros-Siegerin Potapova. Sie selbst sei superhappy, dass sie Motivation gefunden habe, um jeden Punkt zu kämpfen. “Ich wusste im ersten Satz nicht, was ich tun soll, um sie zu schlagen. Ich bin trotzdem ziemlich traurig, wie alles geendet hat.”

Guter Start mit Satzgewinn belohnt

Potapova gelang der bessere Start und gleich ein Break zum 2:0. Die seit 2026 für Österreich spielende 25-Jährige musste dann aber ihr Service gleich wieder abgeben. Danach ging es mit teils hochklassigen Grundlinienduellen mit dem Aufschlag zum 6:5 für die Außenseiterin, ehe die 19-jährige Andrejewa u.a. nach zwei Doppelfehlern ihren Aufschlag zu Null abgeben musste.

Satz zwei begann genau umgekehrt, nämlich mit einem Serviceverlust Potapovas. Knapp verhinderte sie das Doppelbreak zum 0:3 und nahm der Weltranglisten-Fünften selbst das Service zum 2:2 ab. Mit einem Ass verwandelte sie nach 76 Minuten das 0:2 zum 3:2. Einen möglicherweise vorentscheidenden Breakball zum 4:2 konnte Potapova dann aber nicht verwerten. Im Gegenteil. Sie gab ihr Service mit einem Doppelfehler zum 3:4 ab, diesmal schaffte sie den Turnaround nicht mehr. Nach 99 Minuten hieß es 1:1 in Sätzen.

Satz drei begann mit drei Breaks en suite, und obwohl Potapova bei 1:2 zwei Chancen zum 2:2 hatte, bestätigte Andrejewa dann das zweite Break zum 3:1. Potapova verhinderte bei 2:4 noch einen zweiten Serviceverlust dank eines Netzrollers, doch bei 3:5 und eigenem Aufschlag verletzte sie sich am linken Knie. Sie musste in extremis ihr Knie voll durchstrecken. Während Andrejewa äußerst sportlich gleich zu Potapova lief, musste die rot-weiß-rote Akteurin eine Verletzungsauszeit nehmen.

Mit engem Verband am linken Knie versuchte Potapova noch das Unmögliche möglich zu machen. Doch es war ihr kein Punkt mehr vergönnt. Andrejewa kam nach dem Matchball auf die andere Seite und umarmte und tröstete ihre Gegnerin, die sie später auch als Freundin bezeichnete.

Rückkehr zu den Wurzeln in Sachen Coach

Für Potapova war dies nach ihrem Erfolgslauf und dem Sieg über die Vorjahresfinalistin Amanda Anisimova ein schwerer Rückschlag. Alles schien angerichtet für ihren ersten Einzug in ein Major-Viertelfinale.

Trost wird sie sich auch bei ihrer neuen, alten Trainerin holen. Seit den US Open arbeitet Potapova nach einer achtjährigen Pause wieder mit ihrer Kindheits-Mentorin Irina Doronina zusammen. “Ich war ein bisschen verzweifelt, nachdem ich die Zusammenarbeit mit meinem Ex-Coach (Henner Nehles, Anm.) beendet hatte.” Dann hat sie sich an Doronina gewandt. “Sie ist wie eine zweite Mutter für mich und ich weiß, dass sie eine harte Arbeiterin ist. Ich habe entschieden, sie anzurufen, und es zahlt sich aus. Es ist, als wäre sie nie weg gewesen”, erzählte Potapova schon nach ihrem Achtelfinaleinzug.

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