Gedenkveranstaltung in Schabs

65 Jahre Feuernacht: “Erinnerung als Auftrag für die Zukunft”

Samstag, 13. Juni 2026 | 17:09 Uhr

Von: luk

Schabs – Im Rahmen einer feierlichen Gedenkveranstaltung erinnerten die Kemenaterschützen Schabs/Aicha gemeinsam mit ihrer Nachbarskompanie Alte Pfarre Natz am Mittwochabend an die Feuernacht von 1961. Das historische Ereignis jährte sich in der Nacht vom 11. auf den 12. Juni zum 65. Mal und gilt als entscheidender Wendepunkt im Kampf um die Selbstbestimmung Südtirols. “Zahlreiche Bürger sowie Vertreter der Gemeinde nahmen an der Feier teil, die nicht nur dem Gedenken diente, sondern auch das Bewusstsein für die eigene Geschichte und Identität stärken sollte.”

Die heilige Messe wurde von Pfarrer H. Michael Bachmann Can. Reg. zelebriert. “In seiner Ansprache bezeichnete er es als Schande, dass den Freiheitskämpfern die Teilnahme an den Beerdigungen ihrer Eltern verwehrt wurde. Ihr Mut und ihr selbstloser Einsatz für Land und Volk wurden als Vorbild für die heutige Jugend hervorgehoben und sollten daran erinnern, dass errungene Rechte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern stets neu verteidigt werden müssen”, so die Schützen.

Höhepunkt der Gedenkfeier war die Gedenkrede von Dr. Eva Klotz, Tochter des Freiheitskämpfers Jörg Klotz und langjährige Landtagsabgeordnete. In ihrer Rede hob Klotz besonders den Mut und die Entschlossenheit der Freiheitskämpfer des Befreiungsausschusses Südtirol (BAS) hervor. “Nach Jahren der Italianisierung, Menschenrechtsverletzung und Unterdrückung der deutschen und ladinischen Volksgruppe, beschlossen die Freiheitskämpfer, mit einer sorgfältig geplanten Aktion die weltweite Aufmerksamkeit auf das ungelöste Südtirol-Problem zu lenken. Mit der Sprengung von 37 Strommasten gelang es ihnen, die Südtirol-Frage international bekannt zu machen und bis vor die Vereinten Nationen (UNO) zu tragen.” Klotz rief insbesondere die Jugend dazu auf, sich mit der Tiroler Geschichte auseinanderzusetzen, die Wahrheit zu erkennen und das eigene Geschichtsbewusstsein zu stärken.

Im Anschluss betonte Bürgermeister Alexander Überbacher in seiner Begrüßung, wie wichtig es sei, die Erinnerung an diese Ereignisse lebendig zu halten und die Autonomie auch künftig aktiv zu schützen und weiterzuentwickeln und würdigte zugleich auch die Verdienste der Freiheitskämpfer.

Abschließend unterstrichen die Veranstalter, dass die heutigen Rechte der deutschen und ladinischen Volksgruppe nicht selbstverständlich seien, sondern mit großem Einsatz erkämpft wurden und auch weiterhin verteidigt werden müssen. Das wichtigste Vermächtnis an die junge Generation sei daher ein gesundes Geschichtsbewusstsein, gekoppelt mit der Verantwortung, die mühsam erreichten Rechte aktiv mitzugestalten und weiterzuentwickeln.

Die Gedenkfeier wurde von der Musikkapelle Schabs und dem Kirchenchor St. Margareth musikalisch umrahmt und schloss mit einer ehrwürdigen Kranzniederlegung. “Die Feier machte deutlich, dass die Feuernacht weit mehr ist als ein historisches Ereignis. Sie steht für den Mut einer Generation, die sich gegen Unterdrückung erhob und den Grundstein für das heutige Südtirol legte. Ihr Vermächtnis verpflichtet dazu, die eigene Identität zu bewahren, die Autonomie zu verteidigen und auch künftig für die Rechte der deutschen und ladinischen Volksgruppe einzustehen”, so die Schützen abschließend.

Bezirk: Eisacktal

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