Von: Sophia Molitor
Bozen – Das Gebäude der Ingenieursfakultät im NOI Techpark in Bozen ist vergangene Woche in Triest mit dem regionalen Preis IN/ARCHITETTURA 2026 für Trentino-Südtirol ausgezeichnet worden. Gemeinsam geehrt wurden Architekt Davide Olivieri, die NOI AG als Auftraggeber und Unionbau als ausführendes Bauunternehmen.
IN/ARCHITETTURA zählt zu den bedeutendsten italienischen Preisen für zeitgenössische Architektur. Die Auszeichnung wird vom italienischen Architekturinstitut IN/Arch und dem Bauunternehmerverband ANCE getragen. Das Besondere daran: Ausgezeichnet wird nicht allein die Architektur, sondern die gemeinsame Leistung von Planung, Bauherrschaft und Bauunternehmen. „Gute Architektur muss mehr leisten, als gut auszusehen. Sie muss ihren Zweck auch im Alltag erfüllen. Beim Gebäude B1 heißt das: Studium, Forschung und Wirtschaft kommen zusammen. Dass gerade diese gemeinsame Leistung ausgezeichnet wird, bestätigt den Weg, den wir mit der Ingenieursfakultät eingeschlagen haben“, sagt Innovationslandesrat Philipp Achammer.
Den Grundstein für das Projekt legte die Landesregierung 2018 mit der Entscheidung, das Fakultätsgebäude für Ingenieurwesen im NOI anzusiedeln. Auf dem Areal der ehemaligen Aluminiumfabrik sollte ein Ort entstehen, an dem Studierende und Forschungsgruppen Tür an Tür mit Unternehmen arbeiten. Davide Olivieri und sein Planungsteam gewannen den Wettbewerb für das Gebäude, das im September 2024 eröffnet wurde. Mit dem Einzug der Fakultät für Ingenieurwesen wurde die Freie Universität Bozen zum größten Akteur im NOI und das Innovationsviertel zugleich zum Universitätscampus. Heute vereint die Fakultät Informatik und Ingenieurwissenschaften mit Schwerpunkten wie Künstlicher Intelligenz, Robotik, Automation und Energietechnik – und schlägt eine wichtige Brücke zur Praxis: „Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen eröffnet unserer Forschung neue Perspektiven und gibt unseren Studierenden die Möglichkeit, ihr Wissen an konkreten Herausforderungen zu erproben. Zugleich kann dieser Austausch die Entwicklung neuer Technologien und die Gründung innovativer Unternehmen anstoßen“, erklärt Alex Weissensteiner, Rektor der Freien Universität Bozen.
Mit seiner markanten Aluminiumfassade und den begrünten Terrassen verbindet das Gebäude B1 eine technische Formensprache mit Offenheit und schafft zugleich einen Bezug zur industriellen Geschichte des Areals. „Das Gebäude der Ingenieursfakultät nutzt Architektur als Mittel, um Studierende, Forschende und Unternehmen in gegenseitigen Austausch zu bringen“, so NOI-Präsidentin Helga Thaler Ausserhofer. Hörsäle, Labore, Bibliothek und eine Versuchsfabrik wurden im Fakultätsgebäude durch offene Begegnungsbereiche und flexibel nutzbare Räume ergänzt. Zudem folgt die ressourcenschonende Gestaltung dem Anspruch, technologischen Fortschritt und Nachhaltigkeit gemeinsam zu denken.
Mit der regionalen Auszeichnung ist das Gebäude B1 auch für den nationalen Preis IN/ARCHITETTURA 2026 nominiert. Dieser wird am 13. November in der Ca’ Giustinian, dem Sitz der Biennale in Venedig, verliehen.




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