Von: Sophia Molitor
Bozen/Udine – Die digitale Transformation von Ladinisch, Rätoromanisch und Friaulisch steht im Mittelpunkt des EU-Projekts “DIGI-RLF”. Die Initiative wird vom Programm INTERREG Italien-Schweiz finanziert. Der Direktor der Abteilung Ladinische Bildungsverwaltung und Kultur, Mathias Stuflesser, hat in seiner Rolle als Projektleiter am 25. September das Projekt in Udine vorgestellt. Gelegenheit dazu bot die Tagung “Digitale Werkzeuge für Minderheitensprachen: Erfahrungen, Strategien und neue Szenarien”, die anlässlich des Europäischen Tags der Sprachen von der Regionalagentur für die Friaulische Sprache (ARLeF) und Technologiepartnern veranstaltet wurde.
DIGI-RLF zielt auf eine gemeinsame digitale Strategie für die drei rätoromanischen Sprachen ab. Im Fokus stehen dabei die Einspeisung von Sprachdaten in standardisierte internationale Datenbanken sowie die Entwicklung von Modellen für die Spracherkennung, die beispielsweise für die automatische Niederschrift von Sitzungen eingesetzt werden können.
“Die Zusammenarbeit zwischen den drei rätoromanischen Sprachen ermöglicht es uns, gemeinsam Sprachtechnologien zu entwickeln und den Bürgerinnen und Bürgern mehr digitale Dienstleistungen auf Ladinisch anzubieten”, erklärt Abteilungsdirektor Stuflesser.
Auf dem Weg ins digitale Zeitalter
Im Rahmen der Konferenz präsentierte Samuel Frontull (Universität Innsbruck) die Entwicklung von Sprachtechnologien für das Ladinische, die vom Ladinischen Kulturinstitut Micurá de Rü – einem assoziierten Partner des Projekts DIGI-RLF – finanziert werden. Außerdem referierte Generalsekretär Andreas Gabriel (Lia Rumantscha) über die digitale Sprachsouveränität des Rätoromanischen, und ARLeF-Direktor William Cisilino gab einen Überblick über die Digitalisierungsziele des neuen Plans für Sprachpolitik für das Friaulische 2026–2030.
Der Austausch in Udine fügt sich in die langjährige Zusammenarbeit der drei rätoromanischen Sprachgemeinschaften ein, die unlängst durch den Besuch einer rätoromanischen und friaulischen Delegation beim Tag der ladinischen Kultur in St. Ulrich weiter gefestigt wurde. Ziel ist es, sprachliche und technologische Fachkompetenzen über die Grenzen hinweg zu vernetzen, um gemeinsame Herausforderungen – von der Datenstandardisierung bis hin zu Technologien für ressourcenarme Sprachen – zu meistern.




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