Von: ka
Bozen – Das Dienstleistungszentrum für das Ehrenamt Südtirol beteiligt sich seit kurzem, mit seinen Partnern, und zwar mit dem Regions-Management Osttirol, der Freiwilligenpartnerschaft Tirol sowie dem CSV Belluno Treviso, an einem konkreten Projekt zur Stärkung des Ehrenamts im Alpenraum. Dabei wird von Südtiroler Seite ein ganz spezifischer Fokus auf das Einzugsgebiet des gesamten Pustertals gelegt.
Dazu arbeitet das DZE Südtirol, so Direktor Ulrich Seitz, am Aufbau einer so genannten Dienstleistungsbörse, die als Vernetzung, sei es für Organisationen und Vereine, wie auch für die Öffentliche Verwaltung gilt.
Das Ehrenamt befindet sich insgesamt im starken Wandel. Das wurde bei entsprechenden Treffen mit zahlreichen interessierten Vereinen, aber auch mit den politischen Vertretern der Gemeinden in Bruneck, deutlich. Anstelle starrer, jahrelanger Bindungen fordern neue Visionen mehr Flexibilität, Werteorientierung und Teilhabe. Um in der modernen Welt zukunftsfähig zu bleiben, müssen Organisationen sich von tradierten Strukturen lösen und neue, auf Freiwillige zugeschnittene Engagement-Formen etablieren.
Als Kernbereiche der neuen Wertekultur im Ehrenamt gelten dabei: Wertschätzung statt Selbstverständlichkeit: Ehrenamtliche erwarten heute eine aktive Anerkennungskultur, offenes Feedback und die Möglichkeit zur Mitgestaltung von Entscheidungsprozessen.

Flexibilität und Projektbezug: Der Trend geht weg von jahrelangen, starren Verpflichtungen. Neue Freiwillige suchen zeitlich befristete, überschaubare Aufgaben, die sich gut mit Beruf und Familie vereinbaren lassen.
Digitalisierung und Diversität: Moderne Organisationen müssen digitale Tools nutzen, um die Zusammenarbeit zu erleichtern. Zudem ist es eine Herausforderung, diversere Teams aufzubauen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft und jeden Alters ansprechen.
Nicht alle Mitglieder oder Zielgruppen sind technikaffin. Wenn Vereine die Kommunikation komplett ins Digitale verlagern, droht der Verlust älterer oder sozial benachteiligter Mitglieder.
Informationsflut: Ständige Erreichbarkeit kann zu Überlastung, auch im Ehrenamt führen.
Wenn Ehrenamtliche keine Möglichkeit haben, ihre Ideen und Meinungen einzubringen, wenn sie keine Entscheidungsbefugnisse haben oder übergangen werden, kann das zu Frustration und Unzufriedenheit führen. Sie bringen ihre Zeit, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Motivation ein, um einen positiven Beitrag zu leisten. Neue und/oder alte Perspektiven können für das Vereinsleben außerordentlich bereichernd sein.
Freiwillige sehen sich heute nämlich durch Bürokratie und Digitalisierung mit einer doppelter Herausforderung konfrontiert. Einerseits erfordert die zunehmende Verwaltungslast bei Fördermitteln, Datenschutz und Vereinsrecht unverhältnismäßig viel Zeit, andererseits erzwingt die digitale Transformation die ständige Anpassung an neue Tools und Kommunikationswege.
Das Experten-Team des DZE Südtirol, rund um Ulrich Seitz, Oliviero Di Lanzo, Silvia Mastrantoni, Matteo Da Col, Markus Plankensteiner und Markus Falk hat mit großer Aufmerksamkeit die von den Vereinen und Gemeindepolitkern vorgetragenen Punkte aufgenommen und wird nun darauf hin mit konkreten Vorschlägen aktiv.
Fazit: Die Praxishilfe über das laufende Intereg Projekt soll wichtige Impulse für kleine und große Vereine garantieren und bietet nützliche Werkzeuge für die Gestaltung eines guten Rahmens für ehrenamtliches Engagement in einer Zeit, wo gerade 3 Reformen im Gange sind, und zwar jene des Dritten Sektors, jene des Sports sowie jene, die das Neue Landesregister betrifft. Aus diesem Grunde sind eine systematische Planung und Organisation der eigenen Aktivitäten über eine wertschätzende Begleitung und geistliche Stärkung von ehrenamtlich Mitarbeitenden bis zu einer gelingenden Kommunikation zwischen Beruflichen und Ehrenamtlichen, von erheblicher Bedeutung.




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