Von: mk
Bozen – Die 15. Ausgabe der Summer School für Informatik der Fakultät für Ingenieurwesen widmet sich der Entwicklung von Smartphone-Apps und dem bewussten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Programmierung. Die Anmeldung ist für Schulklassen und Einzelpersonen geöffnet.
Künstliche Intelligenz kann heute in Sekundenschnelle Programmcodes erzeugen. Umso wichtiger wird die Fähigkeit, diese Codes zu verstehen, kritisch zu prüfen und weiterzuentwickeln. Genau darin liegt der Kern der 15. Ausgabe von MobileDev, der Summer School für Informatik der Fakultät für Ingenieurwesen der Freien Universität Bozen, die sich an Schülerinnen und Schüler der Oberschulen richtet.
Die Ausgabe 2026 findet vom 14. bis 18. September statt. Sie bietet einen 20-stündigen Intensivkurs zur Entwicklung von Smartphone-Apps und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz beim Programmieren an. Die Anmeldungen sind sowohl für Schulen als auch für Einzelpersonen geöffnet.
ChatGPT, Claude und Co. verändern die Softwareentwicklung derzeit tiefgreifend. Sie können in Echtzeit Codeabschnitte erzeugen – eine Möglichkeit, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Gerade deshalb wird technisches Fachwissen noch wichtiger. Programmieren zu können bedeutet auch, die Qualität des erzeugten Codes zu beurteilen, Fehler zu erkennen, Sicherheitslücken zu beheben und fundierte Entwicklungsentscheidungen treffen zu können.
Genau diese Botschaft möchte MobileDev zukünftigen Informatikstudierenden und potenziellen Entwicklerinnen und Entwicklern von morgen vermitteln: KI macht Programmierung nicht überflüssig, sondern verändert ihre Methodik. Generative Werkzeuge können repetitive Aufgaben erleichtern, ersetzen jedoch nicht die Fähigkeit, die Logik einer Anwendung zu verstehen, ihre Funktionen zu definieren, ihre Sicherheit zu überprüfen und sie an reale Bedürfnisse anzupassen.
„Wenn sich die Rolle der Programmiererin bzw. des Programmierers verändert, muss sich auch die Art und Weise, wie wir Programmieren lehren, an die neuen Möglichkeiten anpassen. Genau dies steht derzeit im Mittelpunkt meiner Forschung zur Informatikdidaktik“, erklärt Prof.in Ilenia Fronza von der Fakultät für Ingenieurwesen. Gemeinsam mit Luis Corral, Dozent und Manager im Luft- und Raumfahrtbereich am ITESM in Querétaro (Mexiko), hat sie MobileDev ins Leben gerufen und organisiert die Veranstaltung. „Unser Ziel ist es, jungen Menschen dabei zu helfen, KI nicht als Abkürzung, sondern als Werkzeug zu nutzen, das verstanden, gesteuert und kritisch bewertet werden muss.“
Was ist MobileDev?
MobileDev ist ein Coding-Camp für Schülerinnen und Schüler von Oberschulen aus ganz Italien. Das Programm verbindet theoretische Einführungen mit praktischen Aktivitäten zur Entwicklung mobiler Anwendungen.
Für die Teilnehmenden bietet sich zudem die Gelegenheit, erste Erfahrungen im universitären Umfeld zu sammeln, die Freie Universität Bozen kennenzulernen, mit Gleichaltrigen zusammenzuarbeiten und jene überfachlichen Kompetenzen zu entwickeln, die in der Arbeitswelt immer wichtiger werden.
Vorkenntnisse in der Programmierung sind nicht erforderlich. Durch einen praxisorientierten „Learning by Doing“-Ansatz werden die Teilnehmenden schrittweise an die Grundlagen der Programmierung herangeführt. Zu Beginn stehen Algorithmen, Flussdiagramme, Pseudocodes und grundlegende logische Strukturen im Mittelpunkt. Anschließend verlagert sich der Fokus auf die Entwicklung mobiler Anwendungen sowie auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz Entwicklungs- und Programmierprozess.
Die Teilnehmenden arbeiten in Teams an der Entwicklung von Prototypen und setzen sich dabei mit konkreten Fragestellungen wie der ökologischen Nachhaltigkeit auseinander. Gleichzeitig lernen sie, Aufgaben innerhalb eines Teams zu verteilen und ihre Ergebnisse überzeugend zu präsentieren.
Ein zentrales Element der Ausgabe 2026 wird außerdem die Erfahrung der Zusammenarbeit in verteilten Teams sein, die über digitale Werkzeuge kommunizieren. Das Programm fördert daher nicht nur technische Kompetenzen, sondern auch persönliche, soziale und kollaborative Fähigkeiten – von Kommunikation und gesellschaftlicher Teilhabe über Eigeninitiative bis hin zu kulturellem Bewusstsein und Ausdrucksfähigkeit.
Didaktische Innovationen im Mittelpunkt des europäischen Projekts OSCAR
Bereits zum zweiten Mal werden die im Rahmen von MobileDev eingeführten didaktischen Innovationen im Kontext des europäischen Projekts OSCAR umgesetzt. Das Projekt wird von Prof.in Ilenia Fronza für die Freie Universität Bozen koordiniert und vereint sieben Partnerinstitutionen aus Finnland, Spanien und Italien, darunter das italienische Bildungsministerium sowie die Bildungsdirektion des Landes.
„In dieser Ausgabe werden die didaktischen Innovationen eingeführt, die aus der Forschung im Rahmen des Projekts OSCAR hervorgegangen sind. Auch in diesem Jahr werden finnische Forschende des Projekts vor Ort teilnehmen“, ergänzt Fronza. „Unser Ziel ist es, die Lernerfahrung kontinuierlich weiterzuentwickeln und noch wirksamer zu gestalten.“
Am Ende der Woche präsentieren die Arbeitsgruppen ihre entwickelten Projekte. Jedes Team stellt einen funktionsfähigen Prototyp vor und erläutert die Entstehung der Idee, die Zielgruppe, den Nutzen sowie mögliche Weiterentwicklungsperspektiven.
Alle Teilnehmenden erhalten am Ende des Kureses eine Bestätigung, die als „Schulcredit“ oder im Rahmen der „Percorsi per le Competenze Trasversali e l’Orientamento“ (PCTO) anerkannt werden kann.
Die Anmeldung ist sowohl für Schulklassen als auch für Einzelpersonen möglich.
Kontakt: ilenia.fronza@unibz.it




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