Von: Sophia Molitor
Bozen – Am kommenden Sonntag, 25. Oktober, werden in den 281 Pfarreien der Diözese Bozen-Brixen die pfarrlichen Gremien für die nächsten fünf Jahre neu bestellt. Je nach Situation vor Ort geschieht dies durch Kandidatenwahl, Urwahl oder die Bestätigung eines Teams. Knapp 4000 Frauen und Männer engagieren sich derzeit in den Pfarrgemeinderäten und in den weiteren Gremien der Pfarreien. Neu ist eine Beteiligungsaktion der Jungschar für Kinder: Mit eigenen Stimmzetteln können auch sie ihre Anliegen für das Pfarrleben einbringen.
Seit mehr als 50 Jahren gibt es Pfarrgemeinderäte in der Diözese Bozen-Brixen. Sie beraten über Schwerpunkte des kirchlichen Lebens, greifen Anliegen aus der Bevölkerung auf und übernehmen Verantwortung für die Entwicklung ihrer Pfarrei. Die Gremien werden grundsätzlich alle fünf Jahre erneuert.
Unterschiedliche Wege zum neuen Pfarrgemeinderat
Die Erneuerung läuft nicht in allen Pfarreien gleich ab. Bei der klassischen Kandidatenwahl wird über eine Wahlliste abgestimmt. Bei der Urwahl schlagen die Pfarrmitglieder Personen vor, die sie für eine Mitarbeit geeignet halten. Bei der Teamwahl wird ein bereits zusammengestelltes Team der Pfarrgemeinde vorgestellt und zur Abstimmung gestellt. Damit können die Pfarreien jene Form wählen, die ihrer jeweiligen Situation entspricht. Die Rahmenbedingungen für die Pfarrseelsorge haben sich in den vergangenen Jahren jedenfalls deutlich verändert: Von den 281 Pfarreien verfügten nach den jüngsten veröffentlichten noch 72 über einen residierenden Pfarrer. Mit der neuen Arbeitsperiode gewinnen deshalb auch die Pastoralteams weiter an Bedeutung. Sie bestehen aus drei bis fünf Personen und übernehmen Mitverantwortung für das pastorale Leben vor Ort.
Kinder bringen ihre Anliegen ein
Erstmals begleitet eine eigene Beteiligungsaktion für Kinder die Pfarrgemeinderatswahlen. Die Katholische Jungschar lädt ihre Ortsgruppen und Pfarreien ein, mitzumachen und stellt dafür Kinder-Stimmzettel zur Verfügung. Die Kinder wählen in den Pfarreien, die an der Aktion teilnehmen, zwar keine Personen, aber bis zu drei Themen, die ihnen für ihre Pfarrei besonders wichtig sind – von Festen, Natur und Umwelt und Mitbestimmung bis zu Sport, kreativen Angeboten und der Gestaltung von Gottesdiensten. Auch eigene Wünsche können ergänzt werden. Die ausgefüllten Stimmzettel werden gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse sollen dem neu bestellten Pfarrgemeinderat übergeben werden, der eingeladen ist, die Anliegen der Kinder aufzugreifen und sie nach Möglichkeit auch bei der Umsetzung einzubeziehen. Die Kinder-Stimmzettel sind keine offizielle Wahl, sondern eine Beteiligungsaktion.
Bischof Muser: „Unsere Kirche lebt vom Miteinander“
Bischof Ivo Muser betont mit Blick auf den kommenden Sonntag: „Unsere Kirche lebt vom Miteinander und von Menschen, die bereit sind, sich einzubringen. Ich ermutige Sie daher herzlich: Beteiligen Sie sich. Unterstützen Sie die Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, und gestalten Sie die Zukunft Ihrer Pfarrgemeinde mit.“
Auch Seelsorgeamtsleiter Reinhard Demetz unterstreicht die gemeinsame Verantwortung: „Ein starker Pfarrgemeinderat braucht viele Menschen, die mitdenken, mithelfen, Ideen einbringen, konstruktive Rückmeldungen geben und auch einmal Danke sagen.“
Wann und in welcher Form die Wahl beziehungsweise Neubestellung erfolgt, wird von den einzelnen Pfarreien bekannt gegeben




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