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Die seit Trennung des KHM-Museumsverbands von Veronika Sandbichler vakante wissenschaftliche Geschäftsführung von Schloss Ambras in Innsbruck ist ausgeschrieben. Bis 13. September kann man sich für die “verantwortungsvolle Position mit Gestaltungsspielraum und der Möglichkeit, das kulturelle Angebot von Schloss Ambras weiterzuentwickeln”, die seit 3. August interimistisch Thomas Kuster innehat, bewerben. In Aussicht gestellt ist ein Bruttojahresgehalt von rund 85.000 Euro.
Online abrufbar ist mittlerweile die “Executive Summary” jenes von Arbeitsrechtsexpertin Sieglinde Gahleitner Anfang Juni dem Kuratorium des KHM-Museumsverbands vorgelegten Gutachtens zu den von Sachbichler und weiteren Mitarbeitenden erhobenen Mobbing- bzw. Bossing-Vorwürfen gegen die Geschäftsführung des Museumsverbandes. Nachdem den über 30 Gesprächspartnern (drei Stellungnahmen mussten aus Zeitgründen schriftlich abgegeben werden) Vertraulichkeit zugesichert wurde und “die personenbezogenen Protokolle als Beilagen beim Kuratorium verwahrt, jedoch nicht an Dritte weitergegeben werden”, sind die Aussagen in dem achtseitigen Papier nur pauschal zusammengefasst.
“Missverständnisse und teilweise angriffiges Kommunikationsverhalten”
Die Auseinandersetzungen der Geschäftsführung mit der Ambras-Leiterin, die in der Folge zum Wunsch Sandbichlers nach einvernehmlicher Vertragsauflösung führte, werden als Folge von notwendigen Management- und Umstrukturierungsmaßnahmen dargestellt, die Sandbichler zumindest teilweise als “Degradierung” empfunden hatte. “Während des gesamten Jahresverlaufes 2025 kam es auch zu Missverständnissen und teilweise angriffigem Kommunikationsverhalten der Beteiligten während der Auseinandersetzungen über die geplanten Änderungen”, heißt es. Dabei könnten aber “keine systematischen über längere Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis erfolgten Angriffe auf Veronika Sandbichler durch die Geschäftsführung festgestellt werden. Die vorgeschlagenen Änderungen, insbesondere die Beistellung eines betriebswirtschaftlich ausgebildeten Gästebetriebsleiters, stellen sich auf Basis der aufgenommenen Beweise als sachlich begründete organisatorische Maßnahmen dar.”
Näher setzt sich das Gutachten mit der von Sandbichlers Anwalt behaupteten Zahl von 16 Personen, die in kurzer Zeit wegen “toxischer Arbeitsbedingungen” aus dem KHM-Museumsverband ausgeschieden seien, auseinander. Dazu wurden detaillierte Auskünfte der Personalabteilung eingeholt und den Betroffenen Gesprächsangebote übermittelt, wovon jedoch lediglich zwei Gebrauch machten. Die “weit überwiegende Anzahl der befragten Personen” habe sich “positiv über die Kommunikation, die Arbeitsweise und die Zusammenarbeit mit den beiden Geschäftsführern geäußert. Kritik kam vor allem zur Kommunikationssituation und Behandlung jener Führungskräfte, von denen man sich im Zuge der Amtsübernahme durch Jonathan Fine getrennt hat.” Auf eine wechselseitige Konfrontation von Äußerungen und Vorwürfen sei “aufgrund des erteilten Auftrages sowie des zeitlichen Ablaufes” aber verzichtet worden.
Die bereits am 10. Juni kommunizierte Kernaussage, die auch dazu führte, dass das KHM-Kuratorium der Geschäftsführung sein Vertrauen aussprach, lautet: “Auf Basis der Judikatur des Obersten Gerichtshofes zu Mobbing- und Bossingfällen kann der vorliegende, nach der durchgeführten Untersuchung feststellbare Sachverhalt nicht als Mobbing oder Bossing durch die Geschäftsführung angesehen werden.”




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