Von: Sophia Molitor
Bozen – Bischof Ivo Muser hat den Servitenpater Martin M. Lintner zum neuen geistlichen Assistenten des Katholischen Verbands der Werktätigen (KVW) ernannt. Der 1972 in Aldein geborene Theologe folgt auf Karl H. Brunner, der das Amt seit 2019 innehatte.
Lintner wuchs auf einem Bergbauernhof in Aldein auf und studierte nach seiner Schulzeit am Johanneum in Dorf Tirol Theologie in Innsbruck, Wien und Rom. Über Maria Weißenstein kam er mit dem Servitenorden in Kontakt, in den er 1993 eintrat. 2001 wurde er von Bischof Wilhelm Egger im Brixner Dom zum Priester geweiht. Nach seelsorglichen Tätigkeiten in Wien und Essen wurde er 2009 an die Philosophisch-Theologische Hochschule berufen, wo er den Lehrstuhl für Moraltheologie und Spirituelle Theologie übernahm. Seit 2024 ist er Dekan der Hochschule.
„Mich beschäftigt seit vielen Jahren ein Wort von der Bischofssynode 1971 über die Gerechtigkeit in der Welt. Damals haben die Bischöfe betont, dass die Kirche das Evangelium nur glaubwürdig verkünden kann, wenn sie sich gleichzeitig für soziale Gerechtigkeit und für jene einsetzt, die arm und benachteiligt sind. Die Sendung der Kirche, um Menschen nahe zu sein und beizustehen, die von einer der vielen Formen von Armut betroffen sind, ist Bestandteil der Verkündigung des Evangeliums“, so P. Lintner.
Für eine friedvollere Welt
„Am KVW schätze ich, dass sich unzählige engagierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzen, um konkret und vor Ort an einer gerechteren und friedvolleren Welt mitzubauen.“ P. Lintner sei es ein Anliegen, neben seinem akademischen Wirken Impulse für die Sendung der Kirche im gesellschaftlichen Wirken zu liefern. „In der heutigen Zeit, in der Autoritäten auch innerhalb der Kirche oft kritisch hinterfragt werden, halte ich die christliche Grundhaltung, aus der heraus sich Menschen an der Basis in die Gestaltung der Gesellschaft einbringen, für ein wichtiges kirchliches Zeugnis.“
Karl Brunner war der erste Laie, der in der langen Geschichte des KWV die Funktion des geistlichen Assistenten übernommen hat. Während seiner Zeit hat er in vielfältiger Weise wertvolle und nachhaltige Impulse gesetzt. In seiner internationalen Tätigkeit als Co-Präsident der EBCA (Europäische Bewegung für christliche Arbeitnehmer) hat er die Anliegen christlicher Arbeitnehmer weit über die Grenzen Südtirols hinaus mitgetragen und vertreten.
Ebenso hat er durch seine Beteiligung an der Reihe „start.klar“ im UFO in Bruneck, durch den Podcast „WERT-voll Leben“ sowie durch unzählige Vorträge, Tagungen und persönliche Begegnungen mit den KVW-Ortsgruppen in ganz Südtirol wichtige Akzente gesetzt. Dabei verstand er es stets, Menschen zusammenzubringen, zum Nachdenken anzuregen und den Wert von Gemeinschaft, Solidarität und einem engagierten Miteinander sichtbar zu machen. 2025 wurde der zweifache Familienvater zum ständigen Diakon geweiht. Neben seiner Hauptaufgabe als Direktor des Südtiroler Kinderdorfes wurde Brunner von der Diözese mit der Ausbildung der ständigen Diakone beauftragt.




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